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15. Mai 08

Spanier verkosten Douro-Weine

Die Rivalität zwischen den beiden iberischen Ländern hat eine lange Geschichte, auch im Weinanbau. Dass der "kleine" Bruder hier langsam aufholt und der "große" ihm immer mehr Respekt und Anerkennung zollt, zeigt eine große Dourowein-Verkostung, die  "elmundovino" im April durchführte.  Insgesamt wurden 64 Weine, aufgeteilt in 2 Gruppen à 32, probiert und bewertet.  Davon wurden 3 mit  'exzellent' (18, bzw. 17,5 Punkte) und 11 mit 'sehr gut' (17-16 Punkte) bewertet. 
Der Gewinner ist zweifellos Jorge Nobre Moreira, der mit seinem 'Poeira 2005' den 1. Platz belegte, als einziger Wein erhielt er 18 Punkte, und mit 'La Rosa Cerejinha 2005' von der Quinta de la Rosa deren Önologe er ist, auch noch den 2 Platz.
Etwas enttäuschend und überraschend schnitten die Niepoort-Weine ab. Weder dem 'Batuta 2005' (16,5 P.) noch dem  'Charme 2005' (16 P.) gelang der Sprung in die Spitzengruppe der ersten 5.

Hier die ersten 6:

- Poeira 2005 (18 Punkte),
- La Rosa Cerejinha 2005 (17,5 P.),
- Passadouro Reserva 2005 (17,5 P.),
- Curriculum Vitae (CV) 2005 (17 P.),
- Pintas 2005 (17 P.),
- Quinta do Vallado Reserva 2005 (17 P.)

11. Mai 08

Portweinglas von Alvaro Siza Vieira

Sizaportweinglas300Seit einigen Tagen habe ich sie wieder in meinem Programm - die Portweingläser entworfen von dem Architekten Álvaro Siza Vieira.








Foto: Produktfoto von Zwiesel

06. Mai 08

Web 2.0 für Weinfreunde

Einen aktuelle Bestandsaufnahme des Social Shoppings für Weinfreunde in Deutschland gibt es  heute bei "Exciting Commerce".
Nach "My Cellar" und "Verkostet" gibt es inzwischen noch "Amivini". Das Fazit: "Einen wirklich überragenden Eindruck macht noch keine der drei Seiten." Aber wir sind ja erst am Anfang...

03. Mai 08

Mai-News von 'Infoportwine' online

Die Mai-News von 'Infoportwine' sind seit heute online. Besonders die 3 ersten Punkte sind beachtenswert, der Verkauf von Delaforce an Real Companhia Velha und dessen Begründung von Fladgate, die Vintage-Deklarationen 2006, oder besser Nicht-Deklarationen und die Exportzahlen für Portwein des Jahres 2007. Hier alle Themen:
- Fladgate sells Delaforce to Real Companhia Velha.
-
Not many 2006 Vintages.
-
Sales numbers entire 2007 (2).
-
IVDP events calendar as of May 2008.
-
National Women’s Wine Competition 2008 - Californië.
-
Monde Selection 2008 - Belgium.
-
Wine Masters Challenge 2008 - Estoril.
-
Vinitaly 2008.
-
Challenge International du Vin 2008 - Bordeaux, with extra prize Sandeman.
-
Dallas Morning News Wine Competition 2008.
-
Concours Mondial de Bruxelles 2008.
-
San Diego International Wine Competition 2008.
-
Revista de Vinhos no. 221, April 2008.

02. Mai 08

'Coa, Tal der 1.000 Gemälde' auf 'arte'

CoaguiaAm morgigen Samstag, den 3.5.2008, um 21.50 Uhr zeigt 'arte' einen 52-minütigen Dokumentarfilm über die Felszeichnungen im Vale do Coa.

Wiederholungen gibt es am 4., 11. und 16. Mai 2008.




Das Foto zeigt eine Führerin des Parks, die einige meterhohe Zeichnungen erklärt.



Foto: Gerd Gerhard 6/2006

Douro-Tal in 'National Geographic Traveler'

NationalgeotravelerIn der neuesten Ausgabe von 'National Geographic Traveler' befindet sich eine große Reportage über das Douro-Tal - "a self-guided hiking tour through the Douro Valley wine district in Portugal". Leider ist der komplette Bericht nicht online, aber es gibt eine Bilderschau mit Aufnahmen  von dem Fotografen Michael Melford.
Mir gefällt besonders Bild Nr. 7, aufgenommen im Garten der Quinta do Visconde  de Chanceleiros, wo ich auch im Oktober 2007 war und das gleiche Motiv fotografiert habe:

Chanceleirosstuehle10071_2









Foto: Gerd Gerhard 10/2007
Zu dem Foto schreibt der Autor des Artikels, Rachel Howard, "At Chanceleiros, it was easy to shut out the rest of the world." Dem kann ich nur voll zustimmen....saudades.

25. April 08

Heute vor 34 Jahren....

Nicht vergessen - heute vor 34 Jahren, am 25.4.1974, passierte Folgendes....

auch genannt die Nelkenrevolution.

22. April 08

Das Geheimnis der Madeira - Soleras

Foto und  Artikel von Dr. Peter Reutter

Oldmadeirasoleras_2

Das Wort Solera hat wohl jeder schon einmal gehört, allerdings in der Regel im Zusammenhang mit Sherry. Diese Herstellungsmethode leitet ihren Namen vermutlich vom Spanischen Wort „Suelo“ für Boden ab, womit die unterste der vielen Fassreihen bezeichnet wird. Aus dieser untersten Reihe wird regelmäßig eine bestimmte Menge Wein entnommen und aus der darüber liegenden Reihe nachgefüllt. So wird jede Reihe mit Wein aus der nächsthöheren Reihe vermischt, bis hin zur obersten Reihe. Diese bezieht ihren Wein aus der Kinderstube, der „Criadera“, einer Art Vorsortierung für jungen Wein, bevor dieser in die Solera kommt. Natürlich muss eine Solera nicht wirklich in Reihen übereinander liegen, und sehr oft tut sie dies auch gar nicht mehr. Früher war es der Regelfall, um die Schwerkraft zum Umfüllen des Weines auszunutzen. Heute, im Zeitalter der elektrisch angetriebenen Pumpen, sind die einzelnen Stadien einer Solera nicht selten über die ganze Bodega verteilt. Der Wein wird dann mittels langer Schläuche umgefüllt. In vielen Soleras durchläuft der Wein in nur drei oder fünf Jahren den Reifungsprozess, das Ergebnis ist dann entsprechend durchschnittlich. In den Prestige-Soleras der einzelnen Bodegas dagegen ruht der Wein oft zwanzig oder dreißig Jahre, manchmal noch länger. Als mathematische Näherung für das durchschnittliche Alter eines Soleraweines gilt dabei der reziproke Wert der Entnahmemenge, d.h. der Wein einer Solera, von der jährlich ein Zwanzigstel entnommen wird, hat ein Durchschnittsalter von zwanzig Jahren.

Was hat dies nun mit den Madeira-Soleras zu tun? Vorneweg soll gesagt sein, dass Madeira-Soleras nach EU-Recht nicht mehr erlaubt sind. Streng genommen wurden sie auch nicht verboten. Allerdings wurden sie im Rahmen der Beitrittsverhandlungen Portugals zur EU schlichtweg vergessen. Somit dürfen zwar die Restbestände noch abverkauft werden, aber die Neuanlage von Soleras lohnt sich nicht, da deren produzierter Wein nicht verkauft werden darf. Aber dies soll nur als juristische Haarspalterei am Rande erwähnt sein. Der Hauptunterschied liegt in der Vermischungsmethode des Weines. Im Gegensatz zum „continuous flow“-Verfahren der Sherry-Soleras handelt es sich bei Madeira-Soleras um einen statischen Prozess. Im Prinzip wird ein großes Fass mit dem Ausgangswein gefüllt. Dann darf zehnmal ein Zehntel des Weines entnommen, und mit der gleichen Menge wieder aufgefüllt werden. Dieses Entnehmen und Wiederauffüllen muss nicht jährlich erfolgen, das Gegenteil ist normalerweise der Fall. Oft wird lange, teils Jahrzehnte, auf einen passenden Wein gewartet. Danach wird die Solera geschlossen, weitere Zugaben von Wein sind nicht erlaubt. Der gesamte Inhalt der Solera wird dann auf Flaschen gefüllt. Rein rechnerisch ist etwa ein Drittel des Ausgangsweines in der geschlossenen Solera enthalten – sicher ein Grund, warum viele alte Madeira-Soleras so herrlich komplex sind. Außerdem findet während der gesamten Zeit im Fass eine ständige Verdunstung statt, die sich aufgrund des statischen Verfahrens auf die Konzentration des resultierenden Weines auswirkt.

Leider gibt es alte Madeira-Soleras nur noch selten zu kaufen. Aktuell sind bei den Firmen in Funchal nur noch die 1870er Verdelho Solera, 1860er Sercial Solera und 1845er Bual Solera der Madeira Wine Company sowie die 1940er Malvazia Solera von H. M. Borges Lda. erhältlich. Einige alte Soleraweine aus Madeira gibt es gelegentlich auf Auktionen zu erwerben. Aber ihre Qualität hat sich inzwischen herumgesprochen, so dass sie oft fast die gleichen (hohen) Preise erzielen wie Vintage Madeiras. Im Idealfall bietet eine Madeira-Solera eine große geschmackliche Komplexität und verbindet Reife und Konzentration mit einer gewissen Frische und Spritzigkeit.
Vielleicht ändert sich eines Tages die Rechtslage und es gibt wieder mehr Madeira-Soleras, ich würde es mir sehr wünschen. Bis dahin bleiben uns einige schöne alte Weine, von denen ich hier drei exemplarisch mit Verkostungsnotiz vorstellen möchte:

1878
Henriques & Henriques Sercial Solera
Helles Mahagony mit orangem Rand, etwas trübe. Die Nase war ein wunderbar harmonisches Bouquet aus angesengten Aromen mit einem scharfen Zitronenduft. Am Gaumen zeigte sich zuerst eine kräftige Säure, dann viel Zitrusaroma und dann runde und reichhaltige Frucht, so fruchtig, dass man glatt den Eindruck von Süße wahrnehmen wollte, der Wein war aber knochentrocken. Das Finish war sehr lang und mit einem herrlichen bitter-lemon Aroma und immer noch mehr Säure – toll. 12/2006

1860
Blandy Sercial Solera
Farblich präsentierte sich der Wein mit einem hellen aber schmutzigen Jodbraun. Die sehr zurückhaltende Nase zeigte Frucht und etwas Toffee und war wenig beeindruckend. Im Mund war der Wein sehr trocken, etwas brandig, dann scharfe Zitronen-Säure und viel bitter-lemon im Finish, aber der Eindruck von Säure blieb auch noch - sehr erfrischend. 3/2004. Diese Flasche war dem Etikett nach in den 1950er oder 1960er Jahren gefüllt worden, der Wein ist aber heute noch Funchal erhältlich.

1828
Blandy Boal Solera
Die Farbe war ein dunkles Jodbraun mit orangem Rand, viel Glycerin am Glas. In der Nase war der Wein nur schwach und harmonisch wahrnehmbar, allerdings erst kurz zuvor geöffnet und wenig belüftet. Der Geschmack war extrem konzentriert, mittlere Süße mit viel Säure, perfekt ausbalanciert, fruchtig, appetitanregend, mit langem und harmonischem Finish, ein toller Wein. 12/2002, 23% Alkohol.

s.a. die Homepage von Dr.Reutter - http://www.madeirawineguide.com/

20. April 08

Port-Blog und Paul Julius feiern 3. Geburtstag

Leider habe ich noch kein Foto von Pauls 3. Geburtstag, wird aber schnellstmöglich nachgeliefert.

Paul3_0937 Hier ist es.





Foto: Jürgen Reinhard, Papa und Webmaster

Deshalb ein Blog-Geburtstagsfoto von meinem Sohn Gilberto, aufgenommen am vergangenen Montagmorgen aus dem Cockpit eines Airbus A320 kurz nach dem Start in Porto: Sonnenaufgang über Nord-Portugal
Sonnenaufgangporto

Und hier ein bißchen Statistik zu den 3 Jahren:
Pageviews insgesamt - 74.348
tägliche durchschnittliche  Besucherzahl - 67,77 (vor einem Jahr waren es 59,12)
791 Beiträge
und inzwischen 1181 Stimmen, das sind genau  1074 (!)  mehr, die mich auf Platz 35 gebracht haben -

Danke an Alle, die mein Blog gewählt haben, die mein Blog lesen und die mit Kritik, Lob und Kommentaren dafür sorgen, dass ich weitermache.
Obrigado.
Foto: Joao Mauricio Gilberto Gerhard 2008

18. April 08

"Every One a Critic: The Future of Wine Writing"

Unter dieser Überschrift ist gerade ein Artikel von Mike Steinberger in der englischen Ausgabe, demnächst gibt es ja auch eine deutsche, von 'The World of Fine Wine' erschienen. Er wird sicherlich für viel Diskussionsstoff auch in der Weinblogger-Szene sorgen. Siehe auch die heutigen Beiträge im 'viva-vino'.

Werde Portugal-Scout !

Schieferdorf Mein Geburtstag ist vorbei, aber das heißt ja jetzt nicht, dass ich mich langsam zur Ruhe setzten will/kann. Deshalb habe ich mich eben bei Wikinger-Reisen als "Scout für Portugal" beworben...der Besuch dieser Schieferdörfer stand ohnehin auf meinem Wunschzettel und ist ja auch gar nicht so weit vom Douro entfernt.
Sorgen macht mir nur die 14 tägige Auszeit in meinem Portwein-Shop. Hot-Spots wird es in dieser Gegend sicherlich nicht geben. Wer sich auch noch bewerben will, muss sich sputen, denn die Bewerbungsfrist läuft am Sonntag, den 20.4.2008 ab.
Foto: Wikinger-Reisen

11. April 08

Geburtstag am 12. 4. 2008

Morgen, am 12. 4. 2007, wird es keinen Blog-Beitrag geben, denn der Herausgeber hat Geburtstag!

Wer wissen will, wer ebenfalls am 12. 4. geboren wurde, findet eine Liste hier.

Und da man sich an seinem Geburtstag etwas wünschen darf, hier mein Lieblingslied mit meinem Lieblingssänger Gilberto Gil - Drao und hier

Madeirawein-Verkostung auf der Prowein 2008

Dies ist ein Beitrag von Dr. Peter Reutter, Madeirawein-Spezialist und Herausgeber des MadeiraWineGuide.
Ich freue mich, dass er sich bereit erklärt hat, in Zukunft seine, auf seiner Webseite in Englisch veröffentlichten, Artikel auch hier im Blog in Deutsch zu veröffentlichen. Herzlich willkommen Peter!

Prowein2008barbeitoflasch Dank einer Eintrittskarte von Gerdinho hatte ich Gelegenheit, die Prowein 2008 Ende März zu besuchen. Als langjähriger „Madeira-Freak“ konnte ich mir diese Gelegenheit natürlich nicht entgehen lassen, zumal Aussicht bestand, ihn dort auch persönlich zu treffen. Bei einigen sehr schönen Weinen haben wir uns dann auch ganz schnell angefreundet 
Meine Liebe zu Madeira (Beides, Wein und Insel) dauert schon 15 Jahre an und krankt eigentlich nur ein wenig daran, dass Deutschland nach wie vor Madeira-Wein-Entwicklungsland ist…. Aus Spaß an der Freud betreibe ich die Website www.madeirawineguide.com, leider in Englisch, da eben Deutschland -wie gesagt- in punkto Madeira-Wein hinterher hinkt. Als Gerdinho mich dann neulich fragte, ob ich Lust hätte, etwas auf Deutsch zu seinem Port-Blog beizutragen, konnte ich natürlich nicht nein sagen. Dieses für mich beste und informativste Port-und-Madeira-Blog verfolge ich schließlich fast seit seinem Start und ich schäme mich nicht zuzugeben, dass ich beim Lesen sehr oft noch etwas dazulerne. Wenn ich mich dann mit ein paar Verkostungs-Notizen revanchieren kann, dann mache ich das hiermit sehr gerne!
Henriques & Henriques:
15 YO Malmsey
Mittelhelles Tawny als Farbe, interessante Nase mit viel Karamell und Toffee und ein wenig flüchtiger Säure um es noch interessanter zu machen, auch Trockenfrüchte dazu. Am Gaumen ist der Wein sehr süß, aber mit jeder Menge Säure um die Süße zu tragen, außerdem wieder Karamell und Toffee, eine ganze Bandbreite von Trockenfrüchten und  dann ein langes und bitteres Walnuss-Finish. Gut gemacht!

Madeira Wine Company:
Cossart Gordon 1998 Verdelho Single Harvest
Helles Tawny, sehr nussige Nase mit etwas Kaffee und ohne flüchtige Säure, auch noch ein wenig Toffee dazu. Der Wein wirkt relativ ölig, mit langen Schlieren am Glas. Im Geschmack ist der Wein erstaunlich süß für einen Verdelho, wir schauten sicherheitshalber noch einmal auf die Flasche, ob es auch wirklich ein Verdelho war. Viel Säure, Walnuss, Orange und ein langes Finish mit Karamell und Orange. Sehr angenehm.
Cossart Gordon 1997 Boal Single Harvest
Helles Tawny mit strohfarbenem Rand, intensive Nase mit Trockenfrüchten, Karamell und Toffee. Am Gaumen ist der Wein süß mit genug Säure zum Ausbalancieren, die Säure trägt den Wein durch bis zum Toffee-Finish, unterwegs mit ein wenig Kaffee und Karamell. Gut gemacht.

Vinhos Barbeito
30 YO Malvasia Blend
Der erste 30-jährige Verschnittwein, der je auf Madeira produziert wurde. Die Nase ist vielversprechend, Karamell, schöne flüchtige Säure und Gewürze im Hintergrund. Der Wein ist süß mit sehr viel Säure, Trockenfrüchte und ein langes süßliches Finish mit Mandeln. Der Wein ist recht alkoholstark und sehr kräftig, zeigt seine Konzentration. Kein Wein für den Anfänger, aber interessant.
1992 TNM Single Harvest
Dieser Single Harvest Wein wurde komplett aus Tinta Negra Mole (TNM) produziert, zeigt sich mit schöner Stroh-Farbe und mit nussiger Nase mit Orangeat. Der Geschmack ist halbtrocken mit perfekter Säure, fruchtig und nussig zugleich, mit einem langen fruchtigen Finish. Ein Single Cask Wein von dem nur 1000 Flaschen produziert wurden. Diese Tinta Weine werden immer besser…
1994 Malvasia Colheita
Mittelhelles Tawny als Farbe, Nase mit Walnuss und Trockenfrüchten, halbtrockener Geschmack. sehr fruchtig, leicht und elegant, mit schönem Walnuss-Finish. Gut.
1982 Boal Vintage
Mitteldunkles Tawny mit bernsteinfarbenem Rand, zurückhaltende, nussige Nase, aber im Geschmack ist der Wein beeindruckender, mit sehr viel Säure, relativ süß, wieder viel Walnuss und Mandeln. Nichts Außergewöhnliches, aber trotzdem ein guter und typischer Boal. Der Wein war nur für 21 Jahre im Fass, dann wurde er durch die Konzentration so süß, dass er schleunigst auf Demijohns gefüllt werden musste, sonst hätte man ihn nicht mehr als Boal abfüllen dürfen.
1981 Verdelho Vintage
Dieser Wein war nur 24 Jahre bis 2005 im Fass. Die Farbe ist ein mittelhelles Tawny, in der Nase finden sich Trockenfrüchte und Toffee, nicht wirklich beeindruckend und flüchtige Säure fehlt ganz. Am Gaumen schaltet der Wein aber einen Gang höher, relativ trocken, aber mit wuchtiger Säure, viel Frucht und einem langen und bitteren Walnuss-Finish. Ein sehr komplexer Wein, den ich glatt auf 40 bis 50 Jahre im Fass geschätzt hätte. Sehr beeindruckend.
1978 Boal Vintage
Einer der eindrucksvollsten Weine, die ich auf der Prowein 2008 verkosten durfte. Der Wein wurde nach 29 Jahren im Fass auf Flasche gefüllt, mit mitteldunkler Tawny-Farbe, reichhaltiger Nase von Mandeln und etwas Toffee sowie etwas flüchtiger Säure. Im Geschmack ist der Wein süß mit sehr viel Säure, Toffee, Creme brulee; die Säure trägt den Wein bis zum langen Bittermandel-Finish, genau richtig, dass man Lust auf den nächsten Schluck bekommt. Dies ist ein sehr guter Wein und für dieses junge Alter wahrlich beeindruckend.

Vinhos Justino Henriques
1998 TNM Colheita Fine Rich
Wieder ein Wein ganz aus Tinta Negra Mole, mit mittelheller Tawny-Farbe und einem Hauch von Jod-Braun darin, intensive Toffee-Nase mit Nüssen, am Gaumen süß und reichhaltig, viel Toffee mit etwas bitterem Kaffee im Hintergrund, endet mit einem mittel-langen Toffee-Finish. Und wieder ein guter TNM-Wein.
1997 TNM Colheita Fine Rich
Und noch ein TNM Wein, dieser hier mit mittel-dunklem Jod-Braun und beeindruckender Toffee-Nase in der auch Trockenfrüchte und Nüsse mitschwingen. Im Mund ist der Wein sehr süß, aber mit guter unterstützender Säure und mit einer schönen Toffee-Walnuss-Melange. Und noch ein guter TNM-Wein.
Terrantez Old Reserve
Dieser Wein war schon immer einer meiner Favoriten: Mittel-dunkle Tawny-Farbe, nussige Nase mit etwas flüchtiger Säure, aber erst im Mund zeigt sich die ganze Pracht dieses Weines. Nur wenig Süße, aber sehr reichhaltig und geradezu seidig, viel Walnuss und Toffee und immer ein Hauch dieser typischen bitteren Terrantez-Note im Hintergrund, bis hin zum langen Finish. Ein sehr komplexer und interessanter Wein. Das exakte Alter dieses Madeiras ist nicht bekannt, die Angaben reichen von 40 bis 70 Jahre, aber wenn man den Wein erst einmal getrunken hat, ist es einem dann auch egal. Dieser Wein vermittelt einen guten Eindruck von Glanz und Glorie der großen alten Terrantez-Madeira-Frasqueiras – für einen Bruchteil des Preises.

Und sonst? Drei Dinge fielen mir bei dieser Prowein 2008 unterm Strich auf:
1. Auch wenn Madeira-Wein insgesamt langsam im Kommen ist, im Vergleich zu anderen Weinen war es am Madeira-Stand erschreckend leer, übrigens ähnlich wie auch beim Stand des Sherry-Informationsbüros. Da möchte man fast rufen: Leute, hört auf mit dünnem Pinot Grigio und gönnt euch mal was richtig Gutes!
2. Das Niveau der jungen Vintages und Single Harvest Weine ist in den letzten Jahren wirklich sehr gestiegen. Früher habe ich sie meistens ausgelassen, aber angesichts der steigenden Preise für die großen alten Madeira-Weine, sind sie eine preiswerte Alternative.
3. Die Weine aus Tinta Negra Mole, früher als billige Imitats-Traube verschrien, haben sich ebenfalls sehr gemacht. Das lässt für die Zukunft hoffen.

08. April 08

Madeirawein als Medizin

Quinadosmall500Offensichtlich wurde/wird der Madeirawein auch als Tonikum und Medizin eingesetzt. Angeregt von dem gestrigen Beitrag über Portwein als Medizin hat der Mediziner und Madeirawein-Spezialist Dr. Peter Reutter einmal in seiner Etikettensammlung nachgesehen und das nebenstehende Foto geschickt.
Erläuternd schreibt er dazu: "Die ganzen Quinina- oder Quinado-Weine waren übrigens mit Chinin, einem bitteren Alkaloid aus der Chinarinde vermischt, welches als Malaria-Mittel eingesetzt wurde (und immer noch eingesetzt wird). Der Effekt war vor allem fiebersenkend und aufgrund des bitteren Geschmacks auch erfrischend, was in den tropischen Gegenden wohl der Hauptzweck war."

Nachtrag: Ralf hat am 19.4.2008 auf seinem Blog "Briefe an Konrad" weitere sehr interessante Infos zu diesem Thema veröffentlicht. Unbedingt lesen! Auch ich bin jetzt sehr gespannt, wie ein solcher 'Quinado' Madeira oder Port schmeckt.

07. April 08

Portwein als Medizin

Gilberto vom Blog 'portugalmania'  hat einen sehr interessanten Artikel über Portwein als Medizin veröffentlicht.
Hier ein paar Etiketten, die bezeugen , wie, hauptsächlich zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts, Portwein als Tonikum eingesetzt und auch entsprechend beworben wurde.

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Portmedizinetiketten6 Portmedizinetiketten5





















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Quellen: Bilder 1 - 5 und 7,8 aus: Carlos Cabral, PORTO UM VINHO E SUA IMAGEM, Sao Paulo 2006
             Bild 6 aus: Francois Guichard, Rótulos e Cartazes, Lisboa 2001

Sorry, leider habe ich vergeblich versucht, die Bilder in eine ansprechende Reihenfolge zu bringen. Zum Vergößern auf die Bilder klicken.

05. April 08

April-News von 'Infoportwine' online

Die News von 'Infoportwine' sind seit heute online. Hier die Themen:

- Vila Nova de Gaia one large building excavation.
-
Wine centre Q. Nova in Pinhão station.
-
Two Ports at Grand Jury Europeen.
-
Diário de Notícias chooses eight top quintas.
-
Update Links pages.
-
Website The Vintage Port Site renewed.
-
New website Sandeman.
-
Sales numbers entire 2007.
- IVDP events calendar as of April 2008.
- Ferreira is Portuguese taste of the year.

-
Korea Wine Challenge 2008.
-
Vinalies Internationales 2008 - Paris.
-
Essência do Vinho 2008 - Oporto.
-
Bacchus 2008 - Madrid.
-
Revista de Vinhos no. 220, March 2008.

03. April 08

Portwein-Export geht um 6,2 % zurück

Wie die portugiesische Tageszeitung 'Jornal de Noticias' in ihrer gestrigen (2.4.08) Ausgabe mitteilt, ist der Export von Portwein in den ersten 3 Monaten des neuen Jahres 2008 um 6,2 %, auf 1,6 Millionen Kisten à 12 Flaschen, zurückgegangen. Da der durchschnittliche Literpreis um 2,1 % gestiegen ist, bedeutet dies ein Rückgang von 4,2 % auf ein Gesamtvolumen von 61,7 Millionen Euro.
Die Angaben machte der Leiter des 'Instituto dos Vinhos do Douro e Porto' (IVDP), Jorge Monteiro. Er führt dies auf die frühen Ostern zurück und ist überzeugt, dass der Export im April wieder ansteigen wird.

02. April 08

Quinta do Carrenho 'Dona Berta' - Verkostung

Hernanischild500 Es war eines unserer schönsten Erlebnisse auf unserer Douro-Tour (von der Quelle bis zur Mündung) vor zwei Jahren, das zufällige Treffen und Kennenlernen von Hernani Verdelho auf seiner Quinta do Carrenho im Douro Superior. Siehe auch den Blog-Beitrag vom 30.10.2006.
Ein Mitbringsel, eine Flasche Dona Berta Reserva Tinto 2004, wartet noch immer im Keller auf die passende Gelegenheit....

Heute veröffentlichte Joao Rico auf seinem Blog 'Pumadas' zwei Verkostungsnotizen (in portugiesisch):
- Dona Berta Rabigato Branco 2006 16,5 Punkte
- Dona Berta Reserva Tinto 2005  16 Punkte

Am 19.4.2008 erschien:

Dona Berta Reserva Rabigato "Vinhas Velhas"  17 Punkte

Bezug in Deutschland über Vinho de Portugal - Carlos Manuel Lopes Quinta  e-mail: vinho-de-portugal@t-online.de

Foto: Gerd Gerhard 6/2006

29. März 08

Mit dem Fahrrad am Douro entlang

Pocinhobahnhof50006Rolf Neuhaus berichtet in der FAZNet am 28.2.2008 von seiner Fahrradtour am Douro entlang. Ausgangspunkt war Pocinho, von dort mit dem Fahrrad bis Porto und anschließend mit dem Zug zurück. Eine interessante Tour, die ich auch schon in meine Planung  mit auf genommen habe. Irgendwann...

Siehe auch hier eine Wanderung von Pocinho nach Barca d' Alva.

Und hier der Link zu der 'Linha do Douro'

Und weil sie so schön ist und sie vielleicht bald nicht mehr gibt - hier ein Video der 'Linha do Tua'.

Foto: Gerd Gerhard 5/2005

27. März 08

Neuzugang in der Portwein-Bibliothek (3)

Vinhodoportobuch1António Barros Cardoso, Francisco Ribeiro da Silva,'Porto do Vinho - Port of Wine', Porto 2007 (portug./engl.)

Ein Buch nicht nur über Portwein sondern auch über Vinho Verde.

Preis: 33,80 € bei TFM

Siehe auch  24.3.2008 und 25.2.2008

24. März 08

Neuzugang in der Portwein-Bibliothek (2)

Ilhadoxistobuch500Hier das 2. Buch über Portwein, das mit der Büchersendung Ende Februar kam:
Manuel Carvalho, Ilha de Xisto - Guia do Douro e do Vinho do Porto, Almocageme 2006 (portugiesisch - eine englische Ausgabe ist geplant)

Preis: 51 € bei TFM

Eine Rezension folgt in den nächsten Tagen.

Siehe auch den Beitrag vom 25.2.2008.



Zur Portwein-Bibliothek geht es hier.

22. März 08

WEIN-Gourmet 1/2008 mit Sonderheft 'Portugal'

Gourmetportugal400Gerade noch rechtzeitig zur Prowein erschien der neue 'Wein-Gourmet' mit einem Special zu Portugal.
Um es vorweg zu sagen: Für die Freunde des 'Douro-Valley' eine Enttäuschung: Portweine werden gar nicht, Douroweine nur nebenbei erwähnt. Symptomatisch ist die Verkostung von 59 günstigen, unter 10 €, portugiesischen Weinen. Unter den ersten 10 kein Dourowein und der Gewinner ist ein reinrassiger Merlot....vielleicht wurden ja auch gar keine Douroweine eingereicht.
Lesenswert ist der Artikel von Stephan Reinhardt, von ihm stammen übrigens alle Artikel, über die neuen Trends in den verschiedenen portugiesischen Weinregionen.

Trotzdem, es gab schon  informativere und liebevollere gemachte Sonderausgaben über Portugal, z. B. im 'Feinschmecker' 11/2007.

21. März 08

Essencia do Vinho 2008

Ein Beitrag von Axel Probst

Internationale Weinmessen haben immer etwas Aufregendes an sich – vor allem im März in Porto, wenn es in Deutschland beim Abflug bei 2 regnet und man in Porto das Flugzeug mit vielen Graden mehr unter der portugiesischen Sonne wieder verlässt.


Essencia1






Im erhabenen Palácio da Bolsa, nahe am Douro, findet jährlich die größte portugiesische Weinmesse statt. Alle namhaften Produzenten finden sich dort ein und stellen – meist – ihre aktuellsten Weine aus. Einzige Ausnahme ist der ein oder andere Portweinhersteller, der auch gereiftere Produkte zur Verkostung anbietet. So sind fast alle mit ihrem aktuellen Vintage Port des Jahres 2005 vertreten. Sowohl die Symingtons als auch Taylors und Fonseca haben allerdings mit dem 1996er Dow's Bomfim und den 1985 Taylors und Fonseca Vintage Ports diesen Trend gebrochen und man konnte sich als "normaler" Messebesucher auch ein Bild von hervorragenden gealterten Vintage Ports machen.

Die Messe bietet ideale Gelegenheit, Detailfragen beantwortet zu bekommen und gewisse Trends zu erfahren. Der Mainstream ist derzeit in Portugal starker, schwerer Rotwein und es existiert kaum ein Portweinhersteller, der sich diesem Trend entzieht.

Da ich mich ganz dem Portwein verschrieben habe, beschränke ich mich aber auf die events rund um den Portwein und die waren vor allem drei:

(1) "BLIND TASTING" VON 5 VINTAGE PORTS DES JAHRGANGS 2005

Da ich gerade mitten in der Vintage Port 2005 Verkostung bin, war dies natürlich genau mein Thema. Ich liebe Blindverkostungen, denn sie nehmen alle Vorurteile oder sonstige Gefühle und Erfahrungen aus dem Wein heraus und bieten das nackte Produkt:
(1)    Der erste Wein, der präsentiert wurde, bekam von mir relativ schlechte Noten. Schöne dunkle Farbe mit merklichem Wasserrand und relativ leichter Struktur. Sehr verhaltene Nase. Säure mit hintergründiger Frucht von Himbeeren und Johannisbeeren. Macht insgesamt einen wenig konzentrierten Eindruck. Im Mund Säure,Alkohol, die mittlere Tanninsruktur stützt gut. Leiche Frucht. Ein schöner, fruchtiger Abgang, mittellang. Ich tippte auf den Burmester 05
(2)    Schönes Violett mit guten Reflexen bei mittlerer Struktur. Das Bouquet war würzig mit einer schönen Tiefe und einer angenehmen Kirsch-Heidelbeernote. Am Gaumen schönes Kirscharoma und gute Tannine. Guter, fruchtbetonter Abgang und gute Stütze durch die Tannine. Mein Favorit hier war der Pocas 05
(3)    Der dritte Wein besaß eine schöne tief-violette Farbe bei guten Reflexen. In der Nase eine schöne Würznote, Tabak und hintergründige Frucht, gut proportionierter Alkohol. Im Mund zeigte der Wein eine recht tiefe Konzentration, die Würznote der Nase und eine ausgeprägtere Fruchtintensität von roten Beeren. Dieser Wein war schon recht harmonisch. Ein mittellanger Abgang mit allen notwendigen Elementen rundete ihn ab. Mein Tipp: Taylors Terra Feita oder Fonsecas Guimaraens 05
(4)    Das vorletzte Glas zeigte wenig Reflexe in sehr tiefem und dunklem Violett. Der Wein wirkte ein wenig stumpf. In der Nase ein schöne Tiefe, Pflaumen, Cassis, gute Würznote. Ein mundfüllender Wein mit einer schönen Cassis-Heidelbeernote und ausreichend Säure und Alkohol, um diesem Wein ein recht langes Leben mitzugeben. Der mittlellange Abgang war gut strukturiert. Schön! Hier gehörten der Taylors Vargellas und der Dows Senhora da Ribeira zu meinen Hauptverdächtigen
(5)    Der letzte Wein gab mir im Nachhinein ein Rätsel auf: sehr tiefes Violett – der dunkelste von allen, gut strukturiert. Das Bouquet war verhalten, aber versprach eine gute Intensität mit präsenter Alkohol- und Säurenote. Am Gaumen waren zunächst Alkohol und Säure präsent. Die Frucht (Johannisbeere und Pflaume) traten zunächst in den Hintergrund. Der adstringete Abgang war mittellang mit wenig Frucht bei schöner Länge. Annahme: Fonsecas Guimaraens

AUFLÖSUNG    (1) Zu meinem größten Erstaunen: Niepoort VP 2005
    (2) Ramos Pinto Quinta da Evamoira VP 2005
    (3) Taylor's Quinta da Terra Feita VP 2005
    (4) Dow's Quinta da Senhora da Ribeira VP 2005
    (5) Quinta das Carvalhas VP 2005


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Mir war nicht bekannt, dass es unter dem label des letzten Weines einen 2005er Vintage Port gib , obwohl ich mir eingebildet hatte, ausreichende Recherche bezüglich der Vintage Ports 2005 unternommen zu haben. Ein kurzer Anruf bei der Real Companhia Velha lüftete das Geheimnis: Es ist der Royal Oporto, der im portugiesischen Inland unter dem Label Carvalhas vertrieben wird. Man lernt nie aus...


(2) DIE "COLHEITA EXPERIENCE"

Im wunderschönen SALÃO ÁRABE wurden einige der zur Sogevinus gehörenden Colheitas ausgeschenkt. Leider reichte mein Langenscheid Portugiesisch Kurs CD 1 und 2 noch nicht aus, um die in flüssigem Portugiesisch vorgetragene Präsentation von Pedro Sá, dem Önologen bei Sogevinus, komplett zu verstehen, doch mein Banknachbar erwies sich gnädig und übersetzte fast simultan. Alle Weine wurden kurz vor der Verkostung auf Flaschen abgefüllt.

CALEM COLHEITA 1961 – Leuchtendes Hellbraun mit schöner Konzentration. Im Bouquet Nüsse und Datteln, aber noch recht verhalten. Der Gaumen präsentiert sich ausreichend komplex mit einer angenehmen Creme Brule - Note  und Trockenfrüchten. Nachhaltiger Abgang

CALEM COLHEITA 1957 – Die Farbe dunkler, erninnerte mehr an einen stumpfen 20y old Tawny mit tieferer Struktur. In der Nase alkoholisch, Holztouch und verhaltene Karamellnote. Ein mundfüllender Wein mit gut stützendem Alkohol. Mittellanger Abgang, in dem eine schöne Mandelnote mitschwingt

Essencia3 BURMESTER COLHEITA 1944 – Sehr tiefes Rotorange und eine tolle Konzentration. In der Nase ist dieser Wein erstaunlich vital und zeigt eine erstaunliche Tiefe. Komplexes Trockenfruchtaroma, aus dem vor allem Rosinen und Datteln hervorstechen. Sehr komplex. Am Gaumen wirkt der Burmester mit immerhin schon 64 Jahren auf dem Buckel zunächst leicht, dann setzt eine schöne Konzentration von getrockneten Feigen und Rosinen ein. Langer Abgang. Sehr schön und rund. Ein toller Colheita

KOPKE COLHEITA 1941 – Der Kopke präsentiert sich in leuchtendem Orange, fast bräunlich mit einer tiefen Struktur. In der Nase wirkt er vordergründig alkoholisch mit schöner Säure und einer Nuss-Mandel-Note. Der Gaumen ist alkoholbetont mit viel Säure. Das Nussaroma ist eher hintergründig. Nicht besonders süß

BURMESTER COLHEITA 1937 – Dieser Wein wartet mit einer bräunlichen Farbe und einem deutlich erkennbaren Wasserrand auf. Die Nase ist sehr komplex (viele Sorten getrockneter Früchte) und lässt schön integrierten Alkohol erahnen. Am Gaumen voluminös, tief, mit noch guter Stütze durch ganz schwach erkennbare Tannine und die Säure. Schöne Länge im Abgang, aber vom Abgang hätte ich mehr erwartet. Dennoch: ein toller Colheita

BARROS COLHEITA 1935 – Der Dunkelste von allen. Tiefes Braun mit orangen Reflexen. Erhabene Konzentration. Das Bouquet lässt eine Kaffee-/ Malznote klar erkennen. Ganz leicht angebrannt. Schöner Alkohol. Im Mund überschwänglich süß – fast zu süß mir dominanten verbrannten Kaffeearomen. Ist das der Douro-Bake? Wäre mal interessant zu erfahren, wo dieser Wein gelagert wurde, wobei die Papiere bestimmt nicht ins Jahr 1935 zurückreichen. Ein zu kurzer Abgang. Ein interessanter Wein, aber nicht komplex genug

KOPKE COLHEITA 1935 – Der 35er Kopke wirkt optisch fast wie ein Single Malt. Strohgelbe, leuchtende Farbe. Erinnert mich von der Farbe an den 48er Grahams VP. IN der Nase Säure, schöne Trockenfruchtnote von Datteln und Mandeln. Am Gaumen sehr säurehaltig. Die Säure ist so dominant, dass die anderen Aromen nur ganz leicht im Hintergrund mitschwingen. Der Kopke 35 macht auf mich den Eindruck, dass die besten Jahre hinter ihm liegen. Während die Nase noch Erwartungen weckt, ist alles andere eher enttäuschend

KOPKE COLHEITA 1900 – Es ist immer ein Erlebnis, eine 70 Jahre ältere Persönlichkeit vor sich zu haben, als man selbst ist: Tiefes Braun mit grünen Reflexen und ausgeprägtem Wasserrand. Trüb. Gute Konzentration. In der Nase sehr süß, Malznote, Karamell und Kaffee. Auch am Gaumen süß mit den fast identischen Aromen der Nase: Malz und Kaffee. Guter Abgang. Ein Opa, der bald die Augen schließen wird


(3) DIE FERREIRA VINTAGE PORT VERKOSTUNG

Diese Präsentation wurde in einem fast noch erhabeneren Saal durchgeführt – dem SALA DO TRIBUNAL. Durch die alten, hohen Räume wirkte die mal wieder portugiesische Stimme des Chefönologen Ferreiras, Luís Sottomayor noch erhabener. Vom gestrigen Tage fast schon geübt überzeugte ich meinen portugiesischen Nachbarn, die wichtigsten Informationen für mich zu übersetzen. Thema war das Beste aus dem 19. und 20. Jahrhundert – die Spannung stieg.

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FERREIRA VINTAGE PORT 1994 – Ich liebe die 94er. Sie sind so kräftig, so tief und konzentriert, dass die meisten von ihnen bedenkenlos 50 Jahre und mehr überdauern. Der Ferreira überzeugte durch ein leuchtendes Rot, aber nur eine mittlere Struktur. Die Nase verspricht eine gute Komplexität mit schöner Frucht von Himbeeren und Kirschen, nicht verschlossen. Am Gaumen bemerkt man die gut stützende Tanninstruktur und viel rote Frucht. Gute Säure. Ein Abgang mit schöner Länge und viel Säure. So ganz ist er noch nicht wieder erwacht. Potential!







FERREIRA VINTAGE PORT 1978 – Einen 78 habe ich bisher noch nicht getrunken und es war auch kein Single Quinta VP. Schöne altersgemäße rotorange-leuchtende Farbe mit guten Reflexen. Relativ leichte Konzentration. Im Bouquet eine tolle Fruchtnote mit Mokka- und Tabaktouch. Sehr vielversprechend. Im Mund zeigt sich der Wein gut integriert. Voll und rund mit ausreichend Frucht und einer schönen Kaffeenote. Mittellanger wohlschmeckender Abgang. Bei einer Blindverkostung wäre dieser Wein für einen 77er durchgegangen


FERREIRA VINTAGE PORT 1966 – Schönes Rotbraun mit ensprechenden Alterungsspuren bei mittlerer Struktur. Die Nase ist verhalten mit Toffee- und Malzaromen und leichter Würze. Am Gaumen ist der Wein komplexer als die Nase verspricht. Schöne Würznote. Erinnert mich an den 67er Noval. Mittellanger Abgang. Der Abgang betont die Toffeenote

FERREIRA VINTAGE PORT 1947 – Aus der Magnum: Orangerote Farbe mit Brauntönen. Tiefe, schöne Struktur mit Wasserrand. Die Nase verspricht Karamell- und Toffee. Medizinale Aromen. Der Ferreira 47 schmiegt sich an den Gaumen an. Elegant und soft mit einer ausgeprägten Toffeenote. Mittellanger ausgeglichener Abgang. Toll

FERREIRA VINTAGE PORT 1917 – Stark leuchtendes Gelb mit starken Reflexen. Wirkt von der Struktur her eher leicht. Sehr sauber. Das Bouquet hat eine leicht stechende Säure (leichter Korkfehler), dahinter rauchige Würze, Toffee. Auch am Mund ist der Korkfehler erkennbar. Mandel- und Toffeenote mit schönem Alkohol. Leichte Medizintouch. Der Abgang ist überraschend: zunächst sehr kurz, doch ca. 10 Sekunden setzt eine wärmende Mandelnote ein, die noch mal eine halbe Minute anhält. Angenehem

FERREIRA GARRAFEIRA PORT 1863 – Wenn die Altersgrenze die 100 übersteigt, dann schwingen immer besonders viele Emotionen mit. Vor allem, wenn man sich überlegt, unter welchen Umständen damals Weine hergestellt wurden. Goldbraune Farbe, wirkt sehr trüb. Massive Konzentration. In der Nase alter Kaffee und eine muffige Note, aber immer noch lebendig. Säure. Im Gaumen ist die Säure weniger präsent. Der Wein wirkt filigran und fragil. Der Abgang wirkt – ähnlich dem 1917er – zunächst kurz, aber dann schwingt ein sehr angenehmes Sekundäraroma nach. Ein Erlebnis


ANDERE BEMERKENSWERTE WEINE DER MESSE WAREN

QUINTA DE LA ROSA COLHEITA 1994 – Willkommen im Tawny-Club! Der erste Colheita der Quinta de la Rosa und einer, den man probieren sollte: Ein schönes leuchtende Rot mit angenehmen Nüssen und wohlproportioniertem Alkohol im Bouquet. Am Gaumen stark nussig. Mittellanger gut strukturierter Abgang. Ein Mittelgewicht aus diesem hervorragenden Jahrgang

POCAS COLHEITA 1994 – Der Pocas Colheita des nahezu perfekten Portweinjahrgangs 1994 überzeugt durch ein leuchtendes Rot bei einer guten Konzentration. In der Nase finden sich Haselnüsse und eine Trockenfruchnote. Ein mundfüllender und sehr samtiger Wein mit gut integriertem Alkohol. Schöner, langer Abgang, bemerkenswert komplex

DOW'S BOMFIM VINTAGE PORT 1996 – Der Dow's Bomfim präsentiert sich sehr offen und fruchtig. In der Nase schwingt ein anregendes Kirsch- und Brombeerbouquet mit. Im Mund wird die Frucht durch ausreichende Tannine und Alkohol gut gestützt. Der Abgang ist mittellang und extrem fruchtig. Ein schöner Vintage Port!

FONSECA GUIMARAENS VINTAGE PORT 1988 – Schon recht helles Rot. Schönes Kaffeebouquet, Würzig. Von der Konsistenz her wirkt er leicht. Im Mund sehr würzig. Mittellanger, schöner Abgang.

FONSECA VINTAGE PORT 1985 – Die 85er sind ein sehr heterogener Jahrgang. Vintage Ports von Croft und Noval sind schon enorm weit entwickelt, meine derzeitigen Jahrgangsfavoriten Fonseca und Grahams wirken eher jung, der Taylors war bisher der Verschlossenste. Der Fonseca 85 zeigt eine intensive Konzentration in der noch tiefen dunkelroten Farbe. Die Nase wartet mit einer schönen Würze, Mokka- und Kaffeenoten auf. Die Frucht ist in dieser Phase noch hintergründig, was aber auch an der geringen Dekantierzeit liegen kann. Am Gaumen zeigt sich der Wein seht gut entwickelt. Die Tannine sind bereits auf dem Rückzug, aber noch so präsent, dass sie ein langes Leben versprechen. Himbeer- und Kaffeenoten. Ein ca. 20 Sekunden langer, komplexer Abgang beendet den Genuß. Sehr schön

TAYLOR'S VINTAGE PORT 1985 – Der Taylors des gleichen Jahrgangs ist – wie bereits angemerkt – verschlossener. Die Farbe ist ein wenig heller und leuchtet mehr. Die Nase ist verhalten, leichte Frucht (Himbeeren) scheint durch. Im Mund wirkt er komplex und konzentriert mit mehr Frucht als die Nase verspricht. Hier kommt die Himbeernote durch. Mittellanger, schöner Abgang. Noch Potential zu mehr!

QUINTA DO NOVAL COLHEITA 1986 – Ein angenehmes Gespräch mit Rute Monteiro von Noval kombiniert mit einem 86er Colheita der Quinta ist eine für Portweinfreunde schwer zu schlagende Kombination: Der 86er Colheita zeigt sich in einer frischen braunen Farbe mit tollen Reflexen. In der Nase spielen Nüsse und allerlei Trockenfrüchte mit. Der Gaumen zeigt exakt die Noten der Nase, ist jedoch nicht so intensiv und komplex wie man erwartet. Mittelintensiver Abgang. Nice.



Essencia6 … LAST AND LEAST: CROFT PINK PORT – Eine Farbe, die meine 5jährige Tochter sofort ins Herz schließen würde. Pink und auch noch "Glitzer" am Etikett. Das beabsichtigte Käuferklientel dieses Portweins wird optisch sofort offengelegt. Jung, tendenziell weiblich und in jedem Fall noch nie mit Portwein vorab in Berührung gekommen. Als nicht mehr junger und noch nie weiblicher Portweinkonsument habe ich aus qualitativer Sicht mit diesem Produkt einige Probleme; der Kaufmann in mir sagt allerdings: wenn man mit Alkopops so viel Erfolg hat – warum nicht. Eiskalt trinken, daher sehr verhaltene Nase – eine künstliche Frucht. Im Mund süß, klebrig, Medizinale Note. Bleibt recht lange im Mund. Hoffentlich trinken alle Portwein-Neulinge danach auch mal richtigen Portwein!

Ein Besuch der Essência do Vinho ist für den Portweinliebhaber ein spannendes Erlebnis. Man bekommt hervorragende Weine serviert, spricht direkt mit den handelnden Personen und dies alles in einem Ambiente, das seines Gleichen sucht. Bis zum nächsten Jahr!


Axel Probst

Sollten Sie Fragen, Kommentarte oder Anmerkungen haben, freue ich mich über ein feedback unter: axelprobst@worldofport.de