Nach dem Jahr 2000 und 2003 ist der Vintage 2007 endlich wieder ein klassischer Vintage Port-Jahrgang! Es ist ein außergewöhnlicher Jahrgang. Nicht, dass ich ihn hier schon mit anderen Jahrgängen vergleichen möchte, aber die meisten Vintage Ports des Jahrgangs sind bereits jetzt durch eine immense Frucht und viel Frische überraschend zugänglich. Es gibt Gerüchte, dass einige Ports für den amerikanischen Markt „zugeschnitten“ werden, der nach Vintage Ports verlangt, die jung trinkbar sind. Nicht wenige Ports zeigen ein (nahezu) perfektes Verhältnis zwischen Frucht, Tanninen, Alkohol und Säure. Manche zeigen sich eher elegant, während andere eine erstaunliche Komplexität aufweisen.
NEUERSCHEINUNGEN – 2007 wurden insgesamt 91 verschiedene Vintage Ports vom IVDP zugelassen. Erstaunlicherweise entscheiden sich in großen Jahren immer mehr Hersteller dazu, neben ihren Vintage Ports zusätzlich Single Quinta Vintage Ports herzustellen. Allen voran Churchills, Cockburn, Krohn, Ramos Pinto und Tedo, wobei die qualitativen Differenzen zwischen den Single Quinta Vintage Ports und den klassischen Vintage Ports stark variieren.
MARKTSITUATION – Die Wirtschaftskrise ist auch im Dourotal angekommen. Gerade nicht-traditionelle Portweinmärkte verzeichnen im Vorjahresvergleich prozentual einen zweistelligen Rückgang. Deutschland bestellte in 2007 mit + 17% mehr Port als im Jahr zuvor. Da hierzulande ein sehr großes Wachstumspotential zu erwarten ist, werden sich die Produzenten in näherer Zukunft auf Deutschland konzentrieren.
OPEN UP – Die meisten der verkosteten Vintage Ports habe ich in verschiedenen Stadien in Portugal begleitet, alle aber nochmals in Deutschland über 3 Tage hinweg beobachtet. Zu lange sollte man einen jungen Vintage Port nicht dekantieren, bevor man ihn das erste Mal verkostet, da sonst die Primäraromen beginnen, sich zu verflüchtigen. Obwohl junge Vintage Ports in diesem Stadium durch ihre Frucht sehr verführerisch sind, konnte ich nicht umher zwischendurch auch mal wieder einen gereiften Port zu öffnen.
NICHT DEKLARIERT haben unter anderem Gilbert, da Silva, Casal, dos Jordes, Castelinho, Vaseconcellos und Quinta do Cotto. Letztere bestätigen damit ihre sehr eigenwillige Deklarationsphilosophie, da sie bisher fast alle generell deklarierten Jahrgänge ausgelassen haben. Bei anderen kleinen Herstellern waren nach eigenen Angaben die Bestände in kürzester Zeit ausverkauft, so dass diese Hersteller an Journalisten keine Probeflaschen versendet haben und daher unerwähnt bleiben.
12. Februar 2010 in Leverkusen eine sehr umfangreiche Präsentation der Vintage Ports 2007. Als kleinen Schmankerl bringen die Produzenten auch einen aktuellen LBV mit zur Probe. Eine Muss-Veranstaltung für den Portweinfreund und eine Premiere für den Deutschen Markt. Ich würde mich sehr freuen, Sie dort begrüßen zu dürfen.
DIE WEINE IM EINZELNEN (IN ALPHABETISCHER REIHENFOLGE)
(da es wieder recht umfangreiche Verkostungsnotizen geworden sind, schreiben Sie mir bei Interesse eine kurze email an: axelprobst@worldofport.de. Ich schicke Ihnen den vollständigen Bericht dann zu)
Andresen
Barros
Borges
Burmester
Calem
Churchill
Churchill da Gricha
Cockburn
Cockburn Canais
Crasto
Croft
Dalva
Delaforce
Duorum
Dow
Ferreira
FonsecaGould Campbell
Graham
Infantado
Kopke
Krohn
Krohn Retiro Novo
La Rosa
Martinez
Messias
Niepoort
Niepoort Pisca
Nova
Noval
Noval Silval
Offley Boa Vista
Passadouro
Pintas
Pocas Jr.
Portal
Quarles Harris
Quevedo
Ramos Pinto
Ramos Pinto Ervamoira
Romaneira
Romariz
Roriz
Rozés
Royal OportoSandeman
Seara d’Ordens
Skeffington
Smith Woodhouse
Taylor
Taylor Vargellas Vinha Velha
Tedo
Tedo Savedra
Vale Dona Maria
Vale Meao
Valle Longo
Ventozelo
Vesuvio
Vesuvio Capela da
Vista Allegre
Warre
EXECUTIVE SUMMARY –SPREU UND WEIZEN sind in 2007 vertreten. Die Spitzenvertreter präsentieren volle, klassische, fast perfekte Vintage Ports, die man mit viel Freude jetzt schon genießen oder allemal für die Enkel – einige auch für die Urenkel - einkellern kann.
Lohnt es sich, ein aktuelles Jahr generell mit anderen Jahren zu vergleichen? Ich denke, dass es sich nicht lohnt, da erstens die klimatischen Voraussetzungen nie identisch sind und zweitens die Hersteller über die Jahre und Jahrzehnte Produktionsmethoden variieren. Meist werden diese Vergleiche eher aus Marketinggründen angestellt. Meiner Meinung nach wird 2007 einen würdigen Platz in der Reihe der generell deklarierten Jahre einnehmen und jede Vertikalprobe in Zukunft bereichern.
Axel Probst





Kommentare