07. April 09

Madeirawein-Verkostung auf der Prowein 2009

Prowein2008-reutter500jpg Nachdem ich in den letzten Jahren immer auf der Prowein gewesen war, mußte ich in diesem Jahr meinen Besuch kurzfristig absagen. Verpasst habe ich wohl einiges, nicht nur die beiden Blogger-Treffen,  die eine oder andere Verkostung und natürlich das Treffen mit Freunden.
Peter Reutter z.B., das Foto zeigt ihn auf der Prowein im letzten Jahr, war jedoch da und hat wieder ganz viele Madeiras probiert und seine Eindrücke aufgeschrieben.
Hier ist sein Bericht von seinen Madeiraverkostungen auf der Prowein 2009. Vielen Dank Peter! (Wer will, kann seine Verkostungsnotizen auch auf seiner Webseite- MadeiraWineGuide- in Englisch lesen - hier.)

Foto: Gerd Gerhard Prowein 2008

Madeira-Notizen von der ProWein 2009  von Peter Reutter

 


Ende März war es einmal wieder so weit: Die ProWein in Düsseldorf öffnete ihre Pforten. Gut 3000 Aussteller präsentierten ihre unzähligen Weine und Spirituosen dem fachkundigen Publikum. Obwohl die internationale Finanz- und Wirtschaftskrise auch auf der ProWein spürbar war, so herrschte dennoch großer Andrang. Alles in allem war der Besuch wieder sehr lohnend und viele Verkostungen und Seminare offenbarten neue Erkenntnisse.

 


Auch die Anreise mit der Deutschen Bahn war ein Offenbarung, allerdings eher ein Offenbarungseid. Zu spät, zu dreckig, zu unfreundlich, von Servicekultur keine Spur und dies zu einem durchaus üppigen Fahrpreis. Trauriger Höhepunkt war die Rückfahrt mit einer Regionalbahn: Vier Familien mit Kindern stiegen unterwegs gezwungenermaßen aus, weil alle Toiletten des Zuges defekt und abgesperrt waren. Zwei Stunden Zwangspause auf einem zugigen Bahnhof, nur damit kleine Kinder Pippi-Pause machen können – ein Armutszeugnis für die Bahn. Einem kritischen Beobachter stellt sich da die Frage nach der Kompetenz des Managements. Womöglich sollten auch die Prioritäten geändert werden, wie wäre es mal mit Produktqualität an erster Stelle, dann rücken die Spitzeleien zumindest auf den zweiten Platz.

 


Aber zurück zu den erfreulichen Dingen: Wie in den Jahren zuvor hatte das Madeira Wine Institute (IVBAM) einen Gemeinschaftsstand organisiert. An diesem Stand präsentierten sich diesmal die Firmen Henriques & Henriques, Madeira Wine Company und Vinhos Justinos Henriques. Vinhos Barbeitos waren laut Vorabprogramm ebenfalls geplant gewesen, mussten aber leider kurzfristig absagen. Alle Firmen hatten ihr Sortiment an Blends mitgebracht, dazu Colheitas, einige Vintages und natürlich interessante Neuigkeiten für den interessierten Madeira-Liebhaber. Henriques & Henriques waren vertreten durch ihren CEO Herrn Humberto Jardim, Herr Ricardo Tavares, Commercial Manager, vertrat die MWC und Herr Julio Fernandes, Commercial Director, repräsentierte Vinhos Justino Henriques. Das Madeira Wine Institute wurde vertreten durch Frau Nadja Meroni und den Direktor des Institutes. Zudem gab es ein interessantes Tasting, moderiert von Sommelière Frau Yvonne Heistermann. Insgesamt scheinen die Madeira-Produzenten vielleicht nicht ganz so heftig von der Weltwirtschaftskrise betroffen zu sein, wie einige andere Appelationen. Eine große Expansion war aufgrund der 400 Hektar Rebfläche (man stelle sich vor: weniger als die Hessische Bergstrasse!) und der nur kleinen Produktionsmenge von 4 Millionen Liter ohnehin nicht geplant gewesen.

 


Nachfolgend die Neuigkeiten der anwesenden drei Produzenten, zusammen mit einigen Verkostungsnotizen:

 


Henriques & Henriques:

Mit Humberto Jardim unterhielt ich mich über die zukünftige Preispolitik der Madeira-Produzenten im Angesicht der Weltwirtschaftskrise. Zumindest bei den Vintage-Madeiras seien Preisreduktionen nicht geplant, zumal die Preise angesichts des enormen Aufwandes bei der Herstellung ohnehin grenzwertig niedrig seien. Man will sich bei H&H zunächst auf den Vertrieb der existierenden Weine konzentrieren und die weitere Entwicklung des Marktes abwarten. Neueinführungen von Vintage-Madeiras oder anderen Produkten sind derzeit nicht geplant. Bei H&H gab es eine leckere Colheita zu verkosten, neben den –wie immer- sehr guten 10YO und anderen Blends.

Henriques & Henriques 1998 Colheita

Wie andere Hersteller auch, gehen H&H dazu über, die Colheita-Weine zusätzlich als „Single Harvest“ zu beschriften, eine Maßnahme für den internationalen Markt. Diese Colheita ist von Tinta Negra Mole (TNM) Trauben produziert, mit etwa 120 Gramm Restzucker, 19% Alkohol und um die 4,5 Gramm nicht-flüchtige Säure. Der Wein zeigt sich mit leuchtend-dunkler Bersteinfarbe, in der Nase Karamell, Röstnoten und viel Toffee. Die Colheita ist angenehm süß, erstaunlich komplex, auch am Gaumen mit viel Karamell, Röstaromen, dann ein herrliches Toffee-Finish von mittlere Länge. Wieder einmal zeigt sich, wie gut die Tinta sein kann, wenn sie adäquat behandelt wird.

 


Madeira Wine Company:

Von der MWC gab es einige interessante Neuigkeiten: Es gibt Überlegungen, in Zukunft 5-jährige Blends aus TNM zu produzieren. Damit würden Kapazitäten bei den klassischen weißen Traubensorten frei, die wiederrum für Colheitas und Vintage-Madeiras genutzt würden könnten. Einen Dry 5YO und einen Rich 5YO gab es auf der ProWein zu probieren, beide waren von eindrucksvoller Qualität und konnten gut mit ihren 5-jährigen Kollegen aus den klassischen weißen Traubensorten mithalten. Dies ist sicher ein Verdienst von Francisco Albuquerque, der 2008 zum dritten Mal in Folge „Winemaker of the year“ wurde. Geplant ist außerdem eine Blandy Terrantez-Colheita für die nähere Zukunft. Überhaupt will man sich bei der MWC in Zukunft vor allem auf die Marke Blandy konzentrieren. Die Marke Leacock’s gibt es beispielsweise nur noch auf Madeira selbst und in Skandinavien, wo Leacock’s nach MWC-Auskunft Marktführer sei. Und schließlich gibt es eine Neuigkeit beim Abfüllen: Seit kurzem werden die Korken mit dem Jahrgang des abgefüllten Weines und dem Jahr der Abfüllung beschriftet.

Blandy’s 5YO Dry Blend (TNM)

Hier also ist der neue TNM-Blend, der in Zukunft dem 5YO Sercial Konkurrenz machen, ihn vielleicht eines Tages ablösen soll. Die Farbe ist ein schönes Orange-Braun, in der Nase zeigen sich nussige Aromen, etwas traubige Frucht, Rosinen. Auf der Zunge ist der Wein angenehm fruchtig, nicht zu trocken, aber mit genug Säure, um ihn interessant zu machen. Sicher gibt es hier weniger Nussaromen als im direkt verglichenen 5YO Sercial. Trotzdem ist der Wein lecker zu trinken, ein schöner Wein für jeden Tag.

Blandy’s 5YO Rich Blend (TNM)

Und dies ist die süße Variante des 5YO TNM-Blends, mit warmem Cola-Braun, einer reichhaltigen Nase mit Feigen und Rosinen –toll!- und im Mund mit angenehmer, nicht klebrig wirkender Süße. Dann kommen Rosinen und Toffeearomen hinzu, deutlich üppigere Säure im direkten Vergleich zum 5YO Malmsey, die sehr gut eingebunden ist, sehr schön gemacht, mit langem fruchtigen Karamell-Finish. Auch dieser Wein ist absolut konkurrenzfähig, persönlich finde ich ihn sogar besser als sein 5YO Malmsey-Pendant.

Blandy’s 1992 Malmsey Colheita

Erst im Januar 2009 wurde dieser Wein abgefüllt und zeigt ein mittel-dunkles Mahagonibraun. Die Nase ist eher unspektakulär, viel Toffee vor allem. Im Mund zeigt sich dann aber eine ganz andere Welt, erst ein scharfer Säure-Antritt, dann viel buttriges Karamell, Toffee, fast sahnig wirkt der Wein, bevor er dann in einem leicht bitteren Karamell-Finish endet. Nach 17 Jahren Fasslager ist diese Colheita sehr eindrucksvoll, wuchtig und vielschichtig.

Blandy’s 1991 Boal Colheita

Diese Colheita lag 18 Jahre im Fass, ist sozusagen ein fast-schon-Vintage-Madeira. Prinzipiell ist es tatsächlich so, dass eine Colheita, die nicht komplett abgefüllt wurde, nach weiterem Fasslager später als junger Vintage auf den Markt zurückkehren kann. Dieser Wein präsentiert sich mit orange-brauner Farbe, schöner Toffee-Nase, am Gaumen komplex und röstig, angenehme Süße mit gut ausbalancierter und üppiger Säure, viel Toffee, zuletzt dann ein schönes, röstiges Toffee-Finale. Der Wein ist gut gemacht und für eine Colheita erstaunlich konzentriert, die 18 Jahre Fasslager machen sich bemerkbar.

Blandy’s 1990 Malmsey Colheita

Und noch eine interessante Colheita, mit schönem Jodbraun und lecker-fruchtiger Rosinen-Nase, gepaart mit viel Toffee. Im Mund ergibt sich fast der Eindruck einer chinesischen Süß-Sauer-Soße, so konzentriert zeigt sich dieser Wein. Viel Süße, verbunden mit viel Säure, mit etwas scharfem Antritt, vermutlich nicht lange genug geöffnet gewesen, nur wenig Karamell und Toffee, dafür aber ganz viel Frucht (Limone, Orange, leichte Moscatel-Note), ebenso ein langer, fruchtbetonter Abgang mit nur einem Hauch von Röstaromen. Eine sehr gut gemachte Colheita, die Beste die ich diesmal verkosten durfte, so ganz im modernen Fruchtschnitten-Stil und sehr eindrucksvoll!

Blandy’s 1977 Boal

Nach 30 Jahren im Fass wurde dieser Boal 2007 abgefüllt. Obwohl er damit eher ein junger Vintage-Madeira ist, leuchtet er mit einem warmen Jodbraun im Glas. Die Nase erschnuppert etwas flüchtige Säure (davon gab es auf dieser ProWein ansonsten sehr wenig!), Feige, Honig, etwas Karamell. Im Mund ist dieser Boal mit genau der richtigen Süße (80gr Zucker/l), anfänglich etwas scharf, vielleicht zu frisch geöffnet, dann wird er milder, säurebetont, viel Toffee drängt sich nach vorne, im Hintergrund weiterhin eine sehr schöne Balance zwischen Süße und Säure, immer noch cremige Toffeearomen auf denen der Wein dann auch ausklingt. Dieser Wein ist jetzt schon beeindruckend gut und wird mit einigen Jahren fortgesetzten Fasslagers sicher noch deutlich besser werden!

Blandy’s 1966 Sercial

Ich gebe zu, mit den Sercials habe ich es oft nicht so, die nicht so knochentrockenen Madeiras liegen mir mehr. Dieser Sercial mit 38 Jahren Fasslager, abgefüllt 2004, war eine angenehme Überraschung für mich. Die Farbe ist ein dunkles Tawny, in der Nase machen sich vor allem Nussaromen und etwas süßliche Frucht bemerkbar. Am Gaumen gibt es erst einmal einen kleinen Säure-Knockout, aber dann überraschend viel Frucht, dann wird der Wein runder und weicher, nussig, zeigt etwas holzige Süße – reden wir hier etwa über einen Sercial?- dann sogar ein wenig Toffee, zuletzt ein langer Abgang auf Mandel und Säure (10 gr/l). Eine sehr gelungene Synthese der beiden manchmal gegensätzlich wirkenden Sercial-Stile: Säure mit Nuss gepaart. Interessant und vielleicht auch mal ein Wein für diejenigen, die Sercials sonst nicht so mögen.

 


Vinhos Justino Henriques:

Auch von VJH gibt es Neuigkeiten: eine neue Marke für den europäischen Markt war zu sehen, Colombo genannt. Nach Auskunft der Firma gibt es diese Marke für 3YO und 5YO Blends allerdings schon länger, neben Justinos und East India, sie war bisher nur in Deutschland noch nicht vorgestellt worden.

Justino’s 1998 Colheita

Dies ist sozusagen der Nachfolger meiner Lieblings-Colheita von 1996. Leider kann sie nicht ganz mit dem Vorgänger mithalten. Trotzdem ein schöner Wein, der sich mit einem satten Jodbraun zeigt, karamellige Nase, im Mund dann eine gute Süße-Säure-Balance mit Frucht, Karamell und einem süßen Toffee-Finish.

Justino’s 1996 Colheita

Dieser Wein war (und ist) für mich der endgültige Beweis, dass die Tinta Negra Mole mit den anderen Rebsorten mithalten kann. Die Farbe ist ein dunkles Jodbraun, die Nase ist üppig mit Nuss, Kaffee und Feigen bestückt. Am Gaumen zeigt sich eine ausgewogene Balance aus Süße und perfekt harmonierender Säure. Dazu kommen Toffee, Mandeln, Nüsse, etwas Kaffee. Das traubig-weinige Finish ist sehr lang und der Wein ist einfach herrlich angenehm zu trinken.

 


Und was gab es noch? Einige nette Leute habe ich auch noch getroffen. Vor allem aber viele andere Weine probiert. Einer der weiteren Höhepunkte für mich war das Tasting des Sherry-Informationsbüros, bei dem Autor Jürgen Deibel interessante und leckere Sherries vorstellte, unterstützt vom Sherry-Botschafter 2009, Jan Buhrmann. Sein Vorgänger Michael Recktenwald, Inhaber des Restaurants „Seekrug“ auf Langeoog (aus wiederholter eigener Erfahrung: sehr empfehlenswert!) war ebenfalls anwesend. Ansonsten lagen meine Schwerpunkte dieses Jahr bei Rieslingen aus der Pfalz und Champagner, beide ebenfalls sehr lohnend. Nächstes Jahr geht es wieder hin, ich hoffe sehr, dass ich mich dann mit einem bestimmten Portwein-Blogger und einem bestimmten Madeira-Sammler-Paar wieder treffen kann. Cheers!

 
   

21. Oktober 08

Madeirawein - Verkostung in Berlin

Ein Beitrag von Dr. Peter Reutter

Berlin ist immer eine Reise wert. Am Donnerstag, den 16. Oktober war dies sogar noch mehr der Fall als sonst. An diesem regnerischen Tag hatte die AICEP, die portugiesische Außenhandelsagentur zu einer Weinprobe nach Berlin eingeladen. In Zusammenarbeit mit der Independent Winegrowers Association IWA und dem Instituto do Vinho do Bordado e do Artesanato da Madeira IVBAM (früher IVM) stellten 10 verschiedene Aussteller etwa 80 verschiedene Weine vor.


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Der Ausstellungsraum

Aus Madeira waren vier Produzenten anwesend: Henriques & Henriques Vinhos SA, repräsentiert durch Humberto Jardim, die Madeira Wine Company SA, repräsentiert durch Jaques A. Faro da Silva, Vinhos Barbeito Lda., repräsentiert durch Americo Pereira von Diogos Wine Shop in Funchal und Vinhos Justino Henriques Filhos Lda., repräsentiert durch Julio Fernandes. Eigentlich hatte ich den Chef von VJH Sigfredo da Costa Campos erwartet, aber Julio berichtete, dass dieser nur wenige Wochen nach der Düsseldorfer ProWein überraschend verstorben war. Nach John Cossart von Henriques & Henriques ist dies nun leider schon die zweite herausragende Persönlichkeit im Kreise der Madeira-Produzenten, die in der letzten Zeit verstorben ist. Da bleibt nur zu hoffen, dass die positive Entwicklung des Madeira-Weins weiter anhält. Das IVBAM selbst war vertreten durch den Vorstandsvorsitzenden Paulo Rodrigues, der mich mit einer wunderschön bestickten Küchenschürze mit herrlichem Weinmotiv beschenkte. Selbstverständlich ist diese Kostbarkeit zum Kochen viel zu schade, aber beim Öffnen einer antiken Flasche werde ich sie gerne anziehen… Ein weiterer Höhepunkt der Veranstaltung war ein interessantes und sehr gelungenes Madeira-Wein-Seminar mit dem Portugal-Experten David Schwarzwälder, in dem alle Neulinge im Schnelldurchlauf mit den Besonderheiten des Madeira-Weines vertraut gemacht wurden.


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Herr Schwarzwälder beim Madeira-Wein-Seminar

Alle erwähnten Firmen hatten ein großes Sortiment an Blends mitgebracht, die ich aus Platzgründen nicht weiter aufführen möchte, dazu viele Colheitas und Harvest Weine. Zwölf Verkostungsnotizen vom Weinen, die mich besonders beeindruckten folgen nachstehend:

 

Henriques & Henriques Vinhos SA

1998

Medium Rich Single Harvest

Aus Tinta Negra Mole (=TNM). Mitteldunkles Mahagoni mit wunderbarer Toffee-Nase. Im Mund mäßige Süße, dann ein etwas scharfer Säure-Antritt und danach noch mehr Toffee, zum Schluss ein Kaffee-bitteres Ende von mittlerer Länge.

 

Madeira Wine Company SA

Alvada, Blandy

Jaja, die pinke Flasche wirkt auf den ersten Blick etwas erschreckend. Mich hatte das bisher auch davon abgehalten, den Wein mal ausführlich und in Ruhe zu probieren. Diesmal war er aber leicht gekühlt und ich kann nur sagen: ich war sehr positiv überrascht. Dieser Mahagoni-farbene Wein zeigte ein reichhaltiges und fruchtiges Bouquet und war im Mund süß und sehr fruchtig, mit einem überraschend langen Frucht-Finish. Der Wein war sehr angenehm zu trinken und machte einfach nur Spaß. Für Liebhaber von alten Vintages ist das vermutlich nichts, aber fruchtverwöhnte Portwein-Trinker könnten hier auf ihre Kosten kommen.

15YO Malmsey, Blandy

Dieser Wein war von brillanter mitteldunkler Jodfarbe und zeigte eine sehr komplexe Nase aus Sahnebonbon, Nüssen und Röstaromen. Im Mund war der Wein sehr süß, mit viel Säure dazu, viel Karamell, aber auch dunkle Röstaromen, die den Wein interessant machten. Der Abgang war mittellang mit Karamell und Kaffeenoten.

2001

Malmsey Harvest, Blandy

Der 2001er Harvest-Wein zeigte ein helles Jodbraun und eine sahnige Nase. Der Wein war süß und nussig, legte dann einen mehr fruchtigen Gang ein, bevor er dann mit einem schönen Toffee-Finish endete. Dieser Malmsey verbrachte 6½ Jahre im Fass und war schon recht komplex.

1998

Verdelho Colheita, Cossart Gordon

Die Farbe dieses Weines war ein sehr helles Jodbraun, der Duft war extrem nussig. Im Mund zeigten sich viel Frucht und Säure, für einen Verdelho war der Wein erstaunlich süß. Insgesamt war der Wein sehr schön ausgewogen, mit einem langen bitteren Abgang.

1997

Bual Colheita, Cossart Gordon

Diese Colheita zeigte sich Strohfarben, mit fruchtiger Nase die auch etwas Toffee dabei hatte. Am Gaumen gab es ebenfalls ganz viel Toffee, was zu einem fast cremigen Eindruck führte, aber trotzdem wurde dies durch genug Säure schön ausbalanciert. Der Wein endete in einem beeindruckenden Toffee-Finish.

1996

Malmsey Colheita, Cossart Gordon

Die Malmsey Colheita war mit ihrem dunklen Cola-Braun die Dunkelste aller Colheitas. Nach einem ordentlichen Schuss flüchtiger Säure ließen sich Honig und angenehme Röstaromen schnuppern. Im Mund zeigte sich der Wein sehr süß, sogar für einen Malmsey, aber diese Süße war durch ein komplexes Zusammenspiel von Honig und Karamell sowie viel Säure perfekt ausbalanciert. Der Abgang war wunderbar lang und endete mit reichhaltigem, schönen Karamell.

1991

Sercial Colheita, Cossart Gordon

Dies war der Hellste aller MWC Weine, mit einem sehr hellen Jodbraun. In der Nase drängelten sich Nussaromen, auch etwas Bienenwachs dazu. Am Gaumen begann der Wein mit einem scharfen und trockenen Antritt, wurde dann weicher und zeigte wieder Nuss- und Mandelaromen. Die Säure war sehr dominant, aber nicht überwältigend und zog den Wein hin bis zum säurebetonten Abgang, der im Mund einen erfrischenden Eindruck hinterließ.

 

Vinhos Barbeito Lda.

20YO Malvasia Lote 6072, Barbeito

Diese Rarität zeigte sich mit einer hellen Honigfarbe und ebenso einer Honignase, zusammen mit viel Frucht. Im Mund war der Wein sehr säurebetont, sehr fruchtig und komplex mit vielschichtigen Aromen von Honig und Traube, mit langem säurebetonten Abgang. Obwohl der Wein nicht einfach zu trinken war, war er doch sehr interessant.

2000

Malvasia Colheita Single Cask 44a, Barbeito

Aufgrund des heißen Sommers 2007 und seiner Lagerung in heißer Umgebung (“a” bis “c” weisen bei Barbeito auf die Lagerung an unterschiedlichen Lagerhäusern hin, „a“ beispielsweise in der Nähe des Fußballstadions) unterging der Wein eine rasche Konzentration, ohne aber entsprechend zu oxidieren. Dies führte zu einer vorzeitigen Abfüllung des Fasses 44 in insgesamt 1.026 Flaschen. Der Wein zeigte sich mit strohgelber Farbe, in der Nase zeigten sich kaum die sonst so typischen oxidierten Madeira-Aromen. Vielmehr hinterließ das Bouquet einen sehr fruchtigen und frischen Eindruck, fast wie Traubensaft. Am Gaumen wurde dies fortgesetzt, beginnend mit traubiger Süße und einer fast Moscatel-artigen Frucht, viel frische Säure, immer noch keine oxidativen Aromen, keine Röstnoten, und trotzdem schön komplex und beeindruckend. Der Wein ist sicher untypisch, aber eine Rarität und sehr angenehm zu trinken.

1997

Medium Dry Single Harvest, Barbeito

Diese TNM-Colheita präsentierte sich mit Strohfarbe mit tawny-farbenem Rand. In der Nase sehr traubig, war sie im Mund ebenfalls frisch, fast prickelnd und sehr säurebetont. Der Wein hinterließ einen angenehm frischen Eindruck.

 

Vinhos Justino Henriques Filhos Lda.

1996

Colheita, Justinos

Ich hatte eigentlich auf die Terrantez Old Reserve gehofft, aber diese Colheita war ebenfalls sehr beeindruckend und für mich der schönste Wein der Verkostung. Mit dunklem Jodbraun und einer sehr reichhaltigen Nase mit Nüssen, Kaffee und Feigen ließ er schon Gutes ahnen. Am Gaumen zeigten sich dann eine angenehm ausgewogene Süße, perfekt mit schöner Säure ausbalanciert, dazu Toffee, Mandeln, Nüsse, dann auch dunklere Röstaromen. Das weinige Finish war sehr lang und der Wein war herrlich angenehm zu trinken, eine tolle Verbindung von Komplexität und Harmonie. Diese Colheita erinnerte mich sehr an die Broadbent Colheita aus dem gleichen Jahrgang, die schließlich ebenfalls von VJH abgefüllt wird. Möglicherweise handelt es sich um den gleichen Wein.

Berlin3-500










Stand der Madeira Wine Company mit Herrn Faro da Silva, rechts vorne übrigens eine dieser tollen Schürzen mit Weinmotiv.

Alle Fotos von Dr. Peter Reutter

09. Juni 08

Madeirawein-Verkostung in Wiehl 6/2008

Beitrag und Foto von Dr. Peter Reutter

Madeira-tasting1

 

Schon seit dem gemeinsamen Treffen auf der Prowein 2008 war bei vier Anhängern des Madeiraweins der Plan für eine Madeira-Verkostung im kleinen Rahmen gereift. Und wie Madeirawein dies vormacht, sorgt eine gewisse Reife für bessere Ergebnisse. So war es auch hier, als wir uns dann endlich am Sonntag, dem 8.6.2008 in Wiehl zur gemeinsamen Verkostung von 8 alten Madeiraweinen trafen. Unsere Gastgeber Maik und Claudia hatten ein herrliches Menu vorbereitet, mit dem wir eine gute Grundlage für die Verkostung legten. Nach leckerer Mozarella im Speckmantel, saftigen Schweinelendchen mit Artischocken an Basmatireis und einer wunderbaren Erdbeermousse ging es gut gestärkt an die "Arbeit". Zur Verkostung standen 8 Weine mit einem Durchschnittsalter von 103 Jahren und insgesamt 821 Jahren Weingeschichte Madeiras. Der älteste Wein war 173, der jüngste Wein 52 Jahre alt.

 

Die Reihenfolge war wie folgt:

Älter als 40 Jahre, Verdelho-Blend, Manuel Eugenio Fernandez Lda.

1955er Verdelho, Manuel Eugenio Fernandes Lda.

1882er Verdelho, AO-SM/Miles

1835er Brown Madere Imperial, Nicolas-Charenton-Seine

1925er Boal, H. M. Borges Lda.

1900er Boal, Adegas de Torreao Vinhos Lda.

1890er Malmsey, Cossart Gordon

1900er Moscatel, D'Oliveira

Als besonderen Abschluss gab es anschließend noch einen

Porto Dom Rozès,  40 Years Old Tawny Port

 

Die Weine im Einzelnen:

 

Älter als 40 Jahre, Verdelho-Blend, Manuel Eugenio Fernandez Lda.

Dieser Wein war von Manuel Eugenio Fernandez als private Reserve angelegt und anlässlich seines 96. Geburtstages nach 52 Jahren Lagerung im Jahr 2002 von der Madeira Wine Company auf Flaschen gezogen worden. Da die derzeit geltenden Bestimmungen des IVBAM einen 50YO Blend nicht vorsehen, konnte der Wein nur als 40YO Blend etikettiert werden. Dieser Verdelho-Blend zeigte sich mit hellem Jodbraun, etwas trübe und mit viel Glycerin am Glas. In der Nase war der Wein zunächst sehr verschlossen, mit viel flüchtiger Säure und wenig Frucht. Allerdings war die Flasche erst am Abend zuvor geöffnet worden, so daß wir Hoffnung auf eine gute Entwicklung hatten. Und tatsächlich, nach drei Stunden war der Wein sehr schön geöffnet, mit herrlich fruchtiger Nase und viel Vanille. Im Mund war er zunächst scharf und brandig gewesen, nach 3 Stunden dann aber mit schöner Frucht, viel Säure, gut ausbalanciert mit ausreichend Süße, dann zum Ende hin mit sahniger Toffee-Note, Cognac und fruchtigem Finish. Ein schöner Wein, der gut demonstrierte wie wichtig eine ausreichende Belüftung bei Madeirawein ist.

 

1955er Verdelho, Manuel Eugenio Fernandes Lda.

Diese Flasche trug kein IVM- oder IVBAM-Siegel, ein Abfüller war nicht vermerkt. Die Farbe war ein helles, klares und brillantes Jodbraun mit Tawny-farbenem Rand. Auch dieser Wein war erst am Abend zuvor geöffnet worden, so dass er sich ebenso wie der erste Wein in der Nase noch sehr verschlossen zeigte, mit wenig Toffee und etwas flüchtiger Säure. Nach 3 Stunden war der Wein besser geöffnet, aber nicht in dem Maße wie beim ersten Wein. Somit war eine gerechte Beurteilung eigentlich nicht möglich. Ich bin mir sicher, dass er mit mehr Zeit zum Atmen noch deutlich gewonnen hätte. Im Mund war er jedenfalls recht trocken, etwas brandig mit wenig Frucht und leicht bitterem Finish, insgesamt dem ersten Wein ähnlich, aber in der Art leichter. Diesen Wein werde ich mir zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal vornehmen müssen.

 

1882er Verdelho, AO-SM/Miles

Diesen Verdelho erwarb die Madeira Wine Company in den 1970er oder 1980er Jahren von D'Oliveiras, was auf der Flasche noch an den Buchstaben AO-SM (Anibal D'Oliveira, Sao Martinho) zu erkennen war. Zum Teil wurden diese Buchstaben AO-SM später auch von den schon gefüllten Flaschen entfernt. Der Wein zeigte sich mit einem warmen und dunklen Jodbraun und viel Glycerin am Glas. Die Nase war herrlich rund und harmonisch, mit etwas flüchtiger Säure, genau der richtigen Menge um für zusätzliche Komplexität zu sorgen, dazu Toffee und Datteln. Im Mund war der Wein perfekt ausbalanciert mit viel Säure und mittlerer Süße, rund und harmonisch, Frucht, Rosinen, Toffee und Creme brulée, dazu im Hintergrund interessante Röstaromen, die auch im langen fruchtigen Abgang noch einmal hervortraten. Ein wunderbarer Wein und der erste Höhepunkt dieser Verkostung!

 

1835er Brown Madere Imperial, Nicolas-Charenton-Seine

Nachdem ich schon zweimal das Glück hatte, diesen Wein kosten zu können, waren aller guten Dinge nun drei. Die Flasche war auf einer Auktion in Skandinavien erworben worden und leckte während des Transportes. Als Kandidat für die nächste Verkostung hatte ich den undichten Korken einfach nur übersiegelt und die Flasche (wie es sich für Madeira gehört) stehend gelagert. Der bekannte Weinhändler Nicolas hatte bis in die 1970er Jahre einige kleine Fässer mit altem Madeira, die nach und nach auf Flasche gefüllt wurden. Der Wein war 8 Tage vor der Verkostung dekantiert worden und hatte dabei initial ein widerliches Aroma von Pferdeschweiss und Unmengen flüchtiger Säure gezeigt. Jetzt war die Farbe ein schöner mittelheller Ebenholzton und die Nase zeigte zwar immer noch etwas flüchtige Säure, aber auch Frucht, Toffee und Veilchen. Im Mund schmeckte man viel Säure, die aber harmonisch eingebunden war, ausreichend Süße als Gegengewicht, Frucht, Veilchen, auch hier ein röstiger Hintergrund der in einen langen und leicht bitteren Abgang mündet. Ein konzentrierter Wein und sehr vielschichtig.

 

1925er Boal, H. M. Borges Lda.

Die Flasche in Bocksbeutelform mit Strohhülle weckte zunächst übelste Assoziationen an die billligen dreijährigen Weine, die auf Madeira an ahnungslose Touristen verramscht werden und zum Teil den Tatbestand der Körperverletzung erfüllen. Die Flasche trug ein JNV-Authentizitäts-Siegel aus den 1970er Jahren, welches sich beharrlich auf der Stohhülle festklammerte. Im Glas zeigte sich der Wein mit mittelhellem Jodbraun, in der Nase war er herrlich rund und harmonisch, viel Toffee, fruchtig, etwas Veilchen, und noch eine interessante Röstnote dazu. Im Mund schaltete der Wein noch einen Gang herauf, zeigte viel Frucht und noch mehr Karamell, viel Toffee dazu, rund und komplex zugleich, etwas Veilchen dazu, mit langem Toffee-Finish und schöner Säure-Süße-Balance. Sicher hatte der Wein davon profitiert, dass die Flasche schon drei oder vier Monate geöffnet gewesen war, aber trotzdem: was für ein herrlicher, klassischer Boal. Ein weiterer Höhepunkt der Verkostung.

 

1900er Boal, Adegas de Torreao Vinhos Lda.

Diese Flasche mit IVM-Papiersiegel war in Portugal gekauft worden. Leider war der Aufdruck etwas verwaschen, aber die Aufschrift war noch erkennbar und der Korken war mit "Adegas de Torreao, Vinhos, Lda, Madeira" üppig beschriftet. Der Wein präsentierte sich mit mittelhellem Jodbraun und einer runden und harmonischen Nase von Toffee und Lebkuchen. Im Mund sprang einen der Wein förmlich an, mit viel Säure, einer leichten Schärfe die aber schnell verflogen war, Karamell, Toffee, Frucht, und dann... ein kurzer und leicht bitterer Abgang. Nach dem imposanten Auftakt hätte ich mir etwas mehr Länge gewünscht, aber der Wein war trotzdem interessant. Nach drei Stunden im Glas entwickelte er etwas mehr Länge, und das obwohl er 8 Tage zuvor bereits mehrfach dekantiert worden war.

 

1890er Malmsey, Cossart Gordon

Einen weiteren Höhepunkt der Verkostung stellte dieser Malmsey dar. Mit dunklem Jodbraun und runder und harmonischer Karamellnase zeigte er erst im Mund seine volle Stärke, dann aber umso beeindruckender. Viel Süße, gut ausbalancierte Säure, Rosinen, Brot, ganz viel Karamell, auch viel herrlich sahniger Toffeegeschmack dazu, rund und lecker, dann ein Wechsel zu mehr röstigen Aromen, Kaffee, Molasse, und zuletzt ein langer Abgang mit viel Toffee, wobei die Röstnoten dafür sorgten, dass der Wein nicht klebrig sondern sehr angenehm wirkte. Ein toller Malmsey, klassisch, komplex und perfekt ausgewogen!

 

1900er Moscatel, D'Oliveira

Auch wenn ich diesen Wein gut kenne (und sehr schätze) begeistert er mich doch jedes mal aufs Neue. Dieser Moscatel ist einer der wenigen Madeira-Mosacatels die es überhaupt noch gibt, neben dem 1875er Moscatel ebenfalls von D'Oliveira und der Moscatel Reserva Velha von Artur de Barros e Sousa. Der Wein zeigte sich mit einem warmen Dunkelbraun mit leicht orangem Rand. In der Nase dominierten fruchtige Süße, Feigen und eine dezente Brotnote. Im Mund war der Wein fast überwältigend süß, aber die noch ausreichende Säure pufferte die Süße perfekt ab. Dazu kamen Rosinen, Karamell und etwas Molasse, auch hier verhinderte eine Röstnote den Eindruck von Klebrigkeit. Ein Klassiker, der immer wieder begeistert - und ein würdiger Abschluss der Verkostung!

 

Porto Dom Rozès, 40 Years Old Tawny

Sozusagen als Nachtrag gab es noch diesen sehr interessanten Tawny in einer altertümlichen Flasche zu kosten. Mit schönem Ziegelrot und traubig-fruchtiger Nase erinnerte der Wein fast an einen Moscatel de Setubal. Auch im Mund zeigte sich dieser Tawny sehr fruchtig und traubig, süß und rund, mit Anklängen an Moscatel de Setubal. Ein beeindruckender Wein mit toller Frucht!

 

Im Handumdrehen waren 5 Stunden vergangen und die Verkostung hatte ihr Ende erreicht und es galt, den Heimweg anzutreten. Als Fazit blieben beeindruckende Weine und der Vorsatz eine solche Verkostung mit einigen zusätzlichen Weinen und Teilnehmern zu wiederholen. So herrliche alte Madeiraweine zu verkosten ist zu schön, als dass man es für sich alleine im stillen Kämmerlein (oder Weinkeller) tun sollte. Interessenten an einer Neuauflage einer Madeiraweinverkostung mit 12 bis 15 Teilnehmern und ebenso vielen Weinen sind herzlich eingeladen, sich mit einer kurzen Email im Port-Blog vormerken zu lassen. Zum Abschluss noch ein großes Danke und Maik und Claudia für die Ausrichtung der Verkostung und das tolle Menu sowie die beeindruckenden Weine. Und last but not least geht ein großes Danke an Gerdinho für drei seltene und sehr leckere Raritäten. Von euch Dreien lasse ich mich jederzeit wieder zum Verkosten einladen :-)

Madeira-tasting2-alle Die Teilnehmer von links nach rechts: Maik, Gerd, Peter und hinter der Kamera, Claudia

 

25. Mai 08

Weine aus Portugal auf Deutschland-Tournee

Weine-aus-portugal Wieder zieht die portugiesische Wein-Karawane durch Deutschland. Über 40 portugiesische Weinproduzenten stellen ihre Erzeugnisse vor. Diesmal  jedoch nicht nur für das Fachpublikum, sprich Händler und Journalisten, sondern  auch für jeden Weinliebhaber , gegen einen Obulus von 15 €.

Die Stationen sind München am Dienstag, den 27.5.,
Wiesbaden am  Mittwoch, den 28.5. und Hamburg am Donnerstag, den 29.5..2008.
Mehr Infos hier.

Ich selbst werde am Mittwoch in Wiesbaden sein und mich hauptsächlich am Stand von VINKO/ VINIHOLD mit Mike Steffens aufhalten. Es ware schön, wenn auch andere Blogleser und Portugal-Weinliebhaber dorthin kommen und man sich einmal persönlich, von Angesicht zu Angesicht, kennenlernt.

19. Mai 08

Über die Lagerung von Sherry, Port und Madeira.

Ein Beitrag von Dr. Peter Reutter

Lagerungmadeira So unterschiedlich sich die drei großen verstärkten Weine in Herkunft, Produktion und Geschmack präsentieren, so unterschiedlich stellt sich auch deren Lagerung im Weinkeller dar. Streng genommen benötigen Sherry, Madeira und die meisten Portweine keine Lagerung, sie kommen trinkfertig in den Handel. Nur Vintage Port, Late Bottled Vintage Port und Crusted Ports müssen gelagert werden, um ein Optimum an Genuss zu erreichen. Was die Lagerung von Colheita-Ports angeht, so scheiden sich die Geister - mir persönlich fehlt diesbezüglich eine ausreichende Erfahrung um mitreden zu können.
Aber wenn ich die meisten dieser leckeren Weine doch gleich schon trinken kann (mit den oben drei genannten Ausnahmen), warum reden wir dann über Lagerung? Für eine Lagerung gibt es mehrere sehr gute Gründe, die im Einzelnen nachfolgend aufgeführt werden sollen:

1. Lagern, um eine Sammlung zu erweitern.
2. Lagern für besondere Gelegenheiten.
3. Lagern als Antwort auf einen volatilen Markt.
4. Lagern, um ein Optimum an Reife zu erzielen.
5. Lagern, als Investment.
6. Lagern, um zu sparen (?).
7. Lagern, um Weinfehler zu vermeiden.
8. Lagern, weil es Spaß macht.

Zu den Gründen im Einzelnen: (Und ich bin sicher, dass es noch mehr gute Gründe gibt...)
1. Lagern, um eine Sammlung zu erweitern.
Wenn man erst einmal angefangen hat, Wein zu sammeln, ist bald der Punkt erreicht, wo man gewisse Referenz-Weine seines Sammelgebietes erwerben möchte.
Es gibt eben einige besonders gut gelungene Exemplare, die sich durch ihre Perfektion von der breiten Masse der Weine abheben. Solche Ausnahme-Weine sind natürliche Kandidaten für eine Sammlung. Sei es, um sie bei Verkostungen zum Vergleich heranzuziehen, oder um sie für ganz besondere Ereignisse aufzubewahren, was uns geradewegs zu Punkt 2 führt.
2. Lagern für besondere Ereignisse.
Gerade Vintage Port oder Vintage Madeira eignen sich aufgrund des guten Alterungspotentials ideal, um diesen Wein seinen Kindern und/oder Enkelkindern zur Hochzeit oder ähnlichen wichtigen Ereignissen zu schenken. Vintage Port wird natürlich ein oder zwei Jahre nach der Geburt des Kindes gekauft, Madeira wegen der anderen Herstellungsweise wesentlich später. Vergleicht man dabei die Wahrscheinlichkeit einer sicheren Alterung mit dem Preis des Weines, ist Vintage Port der ideale Kandidat. Rotweine aus den Regionen Burgund oder Bordeaux, die traditionell ebenfalls gerne für diesen Zweck eingelagert wurden, sind im Verhältnis deutlich teurer und wesentlich empfindlicher.
3. Lagerung als Antwort auf einen volatilen Markt.
Oft ist die präventive Lagerung von Wein die einzige Chance, Zugriff auf den Wein zu haben, wenn der Markt schon längst leergefegt ist. Dies muss nicht immer daran liegen, dass der Wein so begehrt war, obwohl dies bei Port und heutzutage auch bei Madeira in der Regel der Fall ist. Beim Sherry aber ist es der umgekehrte Fall: Aufgrund der geringen Nachfrage macht die gesamte Sherry- Branche seit Jahren (um nicht zu sagen Jahrzehnten) einen stetigen Prozess des Schrumpfens durch. Zahlreiche berühmte Marken sind dadurch vom Markt verschwunden und -wenn überhaupt- nur noch auf Auktionen erhältlich. Ein zögerliches Sherry-Revival scheint sich anzubahnen, hoffentlich kommt es nicht zu spät. Übrigens galt ähnliches auch für Madeira bis etwa Mitte der 90er Jahre. Zu diesem Zeitpunkt war der Markt auf die jetzt noch 7 existierenden Firmen geschrumpft. Viele berühmte alte Produzenten (Torreao, Acciaioly, Shortridge, usw.) waren dem allgemeinen Desinteresse an verstärkten Weinen zum Opfer gefallen.
4. Lagern, um ein Optimum an Reife zu erzielen.
Vintage Port, Late Bottled Vintage Port (LBV) und Crusted Port sind Weine die einer längeren Lagerung bedürfen. Sie zu früh zu trinken würde heißen, sich um den optimalen Genuss zu bringen. Somit bietet sich eine Lagerung im eigenen Keller an, um den richtigen Wein zum richtigen Zeitpunkt trinken zu können.
5. Lagern als Investment.
Ein Klassiker des privaten Kellermanagements ist der Erwerb einiger Kisten eines spekulativen Weines zwecks Einlagerung und späteren Verkaufs mit Gewinn.
Damit würden dann Neuerwerbungen finanziert. Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, dass man bei diesem Investment auch hervorragend scheitern kann. Zumal es dem ambitionierten Sammler schwer fallen wird, sich von einem lieb gewonnenen Wein wieder zu trennen. Jedenfalls ist Wein als Investment eine riskante Angelegenheit und eher ein Glückspiel als eine solide Wertanlage.
6. Lagern, um zu sparen (?).
Bei manchen Weinen lohnt sich der frühe Kauf, beispielsweise in der Subskription, mit nachfolgender langer Lagerung. Man erwirbt den Wein zu einem noch bezahlbaren Preis, während er später kaum noch finanzierbar ist. Dies gilt wegen der Herstellungsweise nur für Vintage Port. Einige Portweine kann man per Subskription erwerben, wobei man sich dabei aufgrund des frühen Kaufs in der Regel auf das geschmackliche Urteil Anderer verlassen muss. Wie die Entwicklung der Premiers Crus in Bordeaux gezeigt hat, kann man bei einer Subskription allerdings auch kräftig danebenliegen.
7. Lagern, um Weinfehler zu vermeiden.
Sicher kann man hoffen, dass ein alter Vintage Port beim Produzenten oder Händler unter optimalen Bedingungen gelagert wurde, aber eine Garantie gibt es dafür nicht. Vielmehr muss man fürchten, dass die gut geheizte Weinabteilung eines großen Kaufhauses oder die aufrechte Lagerung im Display-Regal des Weinhändlers dem Wein Schaden zugefügt haben.
8. Lagern, weil es Spaß macht.
Dies ist sicherlich der beste Grund, Wein einzulagern. Es ist eben etwas Besonderes, ein oder zwei Kisten Wein in ihrer Entwicklung zu verfolgen, Verkostungsnotizen zu vergleichen und sich an ihrem Heranreifen zu erfreuen.
Für eine optimale Lagerung gilt es, gewisse Regeln zu beachten, die im Folgenden genauer erläutert werden sollen.

Lagerunghistorisch Und nun (endlich) zu den Lagerungs-Basics für Sherry, Port und Madeira. Dabei sind einige Besonderheiten beachten, um Enttäuschungen zu vermeiden.
1. Temperatur:
Der Wein sollte bei 12-18 Grad Celsius lagern, Madeira toleriert allerdings auch eine Lagerung bis weit über 20 Grad. Es sollten jedoch möglichst geringe Temperaturschwankungen auftreten, da ein häufiger Temperaturwechsel dem Wein mehr schadet, als eine dauerhafte Lagerung bei z.B. 18 Grad. Sollen Weine möglichst langsam reifen, um sie beispielsweise der Nachwelt (Hochzeit des Enkels!) zu erhalten, ist eine Lagerung bei 10 bis 12 Grad Celsius in einem klimatisierten Weinkeller die beste Wahl.
2. Licht:
Der Wein sollte ohne Licht und insbesondere ohne Neon-Licht gelagert werden. Vor allem Champagner reagiert sehr empfindlich auf Neon-Licht, aber auch die anderen Weine ruhen am Besten in Dunkelheit.
3. Gerüche:
Dass Wein nicht neben dem Heizöltank gelagert wird, dürfte selbstverständlich sein. Auch ebenfalls stark riechende Dinge (Kartoffeln, Äpfel, Gemüse, Zigarren) haben in der Nähe von Wein nichts verloren.
4. Erschütterungen:
Wein sollte vibrationsfrei gelagert sein. Es ist also auf einen ausreichenden Abstand zu Waschmaschine, Garage, Wärmepumpe, usw. zu achten.
5. Luftfeuchtigkeit:
Eine relative Luftfeuchtigkeit um 70% ist ideal für die Lagerung von Wein. Der Korken trocknet nicht so schnell aus, aber die Etiketten verschimmeln noch nicht. Wer ganz sicher gehen möchte, der versiegelt seine Flaschen zusätzlich, was gleichzeitig den Korken vor einem ungebetenen Besuch der Korkmotte schützt.
6. Position:
Sherry sollte stehend gelagert werden! Die Empfehlungen des Sherry- Informationsbüros und der Produzenten sind in dieser Hinsicht ganz eindeutig. Während sich Fino, Manzanilla und Amontillado aufgrund ihrer unvollständigen Oxidation ohnehin nicht für eine lange Lagerung eignen, können alle Sherries auf Oloroso-Basis jahrelang oder jahrzehntelang gelagert werden. Oloroso reift ohne Flor-Schicht und ist damit vollständig durchoxidiert. (Fast) Alle süßeren Sherry-Varianten basieren auf Oloroso, so dass diese Weine gut gelagert werden können. Auch die süßen Pedro-Ximenez- und Moscatel-Sherries sind ohne Flor-Schicht gereift, also oxidativ ausgebaut, und können somit gut gelagert werden.
Port sollte liegend gelagert werden, insbesondere Vintage Port der für eine lange Lagerung vorgesehen ist. Ansonsten besteht die Gefahr, dass der Korken über die Jahre hinweg langsam austrocknet und eine merkliche Oxidation des Weines stattfindet. Auch das Risiko einer Leckage kann so reduziert werden. Port ist damit unter den drei genannten Südweinen eine Ausnahme.
Madeira sollte stehend gelagert werden. Da der Wein nach Oxidation in der Estufa oder als Canteiro-Wein so ewig lange haltbar ist, erscheint er stabiler als der Korken selbst. Madeira Flaschen sind in der Regel wachsversiegelt, das Risiko einer Austrocknung besteht also kaum. Im Übrigen haben Forschungen aus Geisenheim schon vor Jahren gezeigt, dass in dem Luftraum unter dem Korken eine gesättigte Atmosphäre vorliegt, die meistens für eine ausreichende Durchfeuchtung eines Korkens sorgt. Selbst eine geringe Oxidation durch eintretende Luft würde Madeira nicht schaden, vielmehr den oxidativen Charakter erhalten. Die Madeira-Produzenten selbst empfehlen ebenfalls eine stehende Lagerung. Auf diese Weise wird eine zu rasche Alterung des Korkens durch Kontakt mit dem Wein vermieden. Trotzdem sollte eine Neuverkorkung alle 30 bis 40 Jahre erwogen werden, damit es nicht zu unliebsamen Leckagen kommt.

Bildnachweis:

Foto 1 zeigt die Lagerung der Teilhaber-Kollektionen bei der Madeira Wine Company.

Foto  2 ist eine historische Fotographie im IVBAM (ehemals IVM-Instituto Vinho Madeira)) über die Lagerung von Weinen vor dem Versand bei Leacocks.

22. April 08

Das Geheimnis der Madeira - Soleras

Foto und  Artikel von Dr. Peter Reutter

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Das Wort Solera hat wohl jeder schon einmal gehört, allerdings in der Regel im Zusammenhang mit Sherry. Diese Herstellungsmethode leitet ihren Namen vermutlich vom Spanischen Wort „Suelo“ für Boden ab, womit die unterste der vielen Fassreihen bezeichnet wird. Aus dieser untersten Reihe wird regelmäßig eine bestimmte Menge Wein entnommen und aus der darüber liegenden Reihe nachgefüllt. So wird jede Reihe mit Wein aus der nächsthöheren Reihe vermischt, bis hin zur obersten Reihe. Diese bezieht ihren Wein aus der Kinderstube, der „Criadera“, einer Art Vorsortierung für jungen Wein, bevor dieser in die Solera kommt. Natürlich muss eine Solera nicht wirklich in Reihen übereinander liegen, und sehr oft tut sie dies auch gar nicht mehr. Früher war es der Regelfall, um die Schwerkraft zum Umfüllen des Weines auszunutzen. Heute, im Zeitalter der elektrisch angetriebenen Pumpen, sind die einzelnen Stadien einer Solera nicht selten über die ganze Bodega verteilt. Der Wein wird dann mittels langer Schläuche umgefüllt. In vielen Soleras durchläuft der Wein in nur drei oder fünf Jahren den Reifungsprozess, das Ergebnis ist dann entsprechend durchschnittlich. In den Prestige-Soleras der einzelnen Bodegas dagegen ruht der Wein oft zwanzig oder dreißig Jahre, manchmal noch länger. Als mathematische Näherung für das durchschnittliche Alter eines Soleraweines gilt dabei der reziproke Wert der Entnahmemenge, d.h. der Wein einer Solera, von der jährlich ein Zwanzigstel entnommen wird, hat ein Durchschnittsalter von zwanzig Jahren.

Was hat dies nun mit den Madeira-Soleras zu tun? Vorneweg soll gesagt sein, dass Madeira-Soleras nach EU-Recht nicht mehr erlaubt sind. Streng genommen wurden sie auch nicht verboten. Allerdings wurden sie im Rahmen der Beitrittsverhandlungen Portugals zur EU schlichtweg vergessen. Somit dürfen zwar die Restbestände noch abverkauft werden, aber die Neuanlage von Soleras lohnt sich nicht, da deren produzierter Wein nicht verkauft werden darf. Aber dies soll nur als juristische Haarspalterei am Rande erwähnt sein. Der Hauptunterschied liegt in der Vermischungsmethode des Weines. Im Gegensatz zum „continuous flow“-Verfahren der Sherry-Soleras handelt es sich bei Madeira-Soleras um einen statischen Prozess. Im Prinzip wird ein großes Fass mit dem Ausgangswein gefüllt. Dann darf zehnmal ein Zehntel des Weines entnommen, und mit der gleichen Menge wieder aufgefüllt werden. Dieses Entnehmen und Wiederauffüllen muss nicht jährlich erfolgen, das Gegenteil ist normalerweise der Fall. Oft wird lange, teils Jahrzehnte, auf einen passenden Wein gewartet. Danach wird die Solera geschlossen, weitere Zugaben von Wein sind nicht erlaubt. Der gesamte Inhalt der Solera wird dann auf Flaschen gefüllt. Rein rechnerisch ist etwa ein Drittel des Ausgangsweines in der geschlossenen Solera enthalten – sicher ein Grund, warum viele alte Madeira-Soleras so herrlich komplex sind. Außerdem findet während der gesamten Zeit im Fass eine ständige Verdunstung statt, die sich aufgrund des statischen Verfahrens auf die Konzentration des resultierenden Weines auswirkt.

Leider gibt es alte Madeira-Soleras nur noch selten zu kaufen. Aktuell sind bei den Firmen in Funchal nur noch die 1870er Verdelho Solera, 1860er Sercial Solera und 1845er Bual Solera der Madeira Wine Company sowie die 1940er Malvazia Solera von H. M. Borges Lda. erhältlich. Einige alte Soleraweine aus Madeira gibt es gelegentlich auf Auktionen zu erwerben. Aber ihre Qualität hat sich inzwischen herumgesprochen, so dass sie oft fast die gleichen (hohen) Preise erzielen wie Vintage Madeiras. Im Idealfall bietet eine Madeira-Solera eine große geschmackliche Komplexität und verbindet Reife und Konzentration mit einer gewissen Frische und Spritzigkeit.
Vielleicht ändert sich eines Tages die Rechtslage und es gibt wieder mehr Madeira-Soleras, ich würde es mir sehr wünschen. Bis dahin bleiben uns einige schöne alte Weine, von denen ich hier drei exemplarisch mit Verkostungsnotiz vorstellen möchte:

1878
Henriques & Henriques Sercial Solera
Helles Mahagony mit orangem Rand, etwas trübe. Die Nase war ein wunderbar harmonisches Bouquet aus angesengten Aromen mit einem scharfen Zitronenduft. Am Gaumen zeigte sich zuerst eine kräftige Säure, dann viel Zitrusaroma und dann runde und reichhaltige Frucht, so fruchtig, dass man glatt den Eindruck von Süße wahrnehmen wollte, der Wein war aber knochentrocken. Das Finish war sehr lang und mit einem herrlichen bitter-lemon Aroma und immer noch mehr Säure – toll. 12/2006

1860
Blandy Sercial Solera
Farblich präsentierte sich der Wein mit einem hellen aber schmutzigen Jodbraun. Die sehr zurückhaltende Nase zeigte Frucht und etwas Toffee und war wenig beeindruckend. Im Mund war der Wein sehr trocken, etwas brandig, dann scharfe Zitronen-Säure und viel bitter-lemon im Finish, aber der Eindruck von Säure blieb auch noch - sehr erfrischend. 3/2004. Diese Flasche war dem Etikett nach in den 1950er oder 1960er Jahren gefüllt worden, der Wein ist aber heute noch Funchal erhältlich.

1828
Blandy Boal Solera
Die Farbe war ein dunkles Jodbraun mit orangem Rand, viel Glycerin am Glas. In der Nase war der Wein nur schwach und harmonisch wahrnehmbar, allerdings erst kurz zuvor geöffnet und wenig belüftet. Der Geschmack war extrem konzentriert, mittlere Süße mit viel Säure, perfekt ausbalanciert, fruchtig, appetitanregend, mit langem und harmonischem Finish, ein toller Wein. 12/2002, 23% Alkohol.

s.a. die Homepage von Dr.Reutter - http://www.madeirawineguide.com/

11. April 08

Madeirawein-Verkostung auf der Prowein 2008

Dies ist ein Beitrag von Dr. Peter Reutter, Madeirawein-Spezialist und Herausgeber des MadeiraWineGuide.
Ich freue mich, dass er sich bereit erklärt hat, in Zukunft seine, auf seiner Webseite in Englisch veröffentlichten, Artikel auch hier im Blog in Deutsch zu veröffentlichen. Herzlich willkommen Peter!

Prowein2008barbeitoflasch Dank einer Eintrittskarte von Gerdinho hatte ich Gelegenheit, die Prowein 2008 Ende März zu besuchen. Als langjähriger „Madeira-Freak“ konnte ich mir diese Gelegenheit natürlich nicht entgehen lassen, zumal Aussicht bestand, ihn dort auch persönlich zu treffen. Bei einigen sehr schönen Weinen haben wir uns dann auch ganz schnell angefreundet 
Meine Liebe zu Madeira (Beides, Wein und Insel) dauert schon 15 Jahre an und krankt eigentlich nur ein wenig daran, dass Deutschland nach wie vor Madeira-Wein-Entwicklungsland ist…. Aus Spaß an der Freud betreibe ich die Website www.madeirawineguide.com, leider in Englisch, da eben Deutschland -wie gesagt- in punkto Madeira-Wein hinterher hinkt. Als Gerdinho mich dann neulich fragte, ob ich Lust hätte, etwas auf Deutsch zu seinem Port-Blog beizutragen, konnte ich natürlich nicht nein sagen. Dieses für mich beste und informativste Port-und-Madeira-Blog verfolge ich schließlich fast seit seinem Start und ich schäme mich nicht zuzugeben, dass ich beim Lesen sehr oft noch etwas dazulerne. Wenn ich mich dann mit ein paar Verkostungs-Notizen revanchieren kann, dann mache ich das hiermit sehr gerne!
Henriques & Henriques:
15 YO Malmsey
Mittelhelles Tawny als Farbe, interessante Nase mit viel Karamell und Toffee und ein wenig flüchtiger Säure um es noch interessanter zu machen, auch Trockenfrüchte dazu. Am Gaumen ist der Wein sehr süß, aber mit jeder Menge Säure um die Süße zu tragen, außerdem wieder Karamell und Toffee, eine ganze Bandbreite von Trockenfrüchten und  dann ein langes und bitteres Walnuss-Finish. Gut gemacht!

Madeira Wine Company:
Cossart Gordon 1998 Verdelho Single Harvest
Helles Tawny, sehr nussige Nase mit etwas Kaffee und ohne flüchtige Säure, auch noch ein wenig Toffee dazu. Der Wein wirkt relativ ölig, mit langen Schlieren am Glas. Im Geschmack ist der Wein erstaunlich süß für einen Verdelho, wir schauten sicherheitshalber noch einmal auf die Flasche, ob es auch wirklich ein Verdelho war. Viel Säure, Walnuss, Orange und ein langes Finish mit Karamell und Orange. Sehr angenehm.
Cossart Gordon 1997 Boal Single Harvest
Helles Tawny mit strohfarbenem Rand, intensive Nase mit Trockenfrüchten, Karamell und Toffee. Am Gaumen ist der Wein süß mit genug Säure zum Ausbalancieren, die Säure trägt den Wein durch bis zum Toffee-Finish, unterwegs mit ein wenig Kaffee und Karamell. Gut gemacht.

Vinhos Barbeito
30 YO Malvasia Blend
Der erste 30-jährige Verschnittwein, der je auf Madeira produziert wurde. Die Nase ist vielversprechend, Karamell, schöne flüchtige Säure und Gewürze im Hintergrund. Der Wein ist süß mit sehr viel Säure, Trockenfrüchte und ein langes süßliches Finish mit Mandeln. Der Wein ist recht alkoholstark und sehr kräftig, zeigt seine Konzentration. Kein Wein für den Anfänger, aber interessant.
1992 TNM Single Harvest
Dieser Single Harvest Wein wurde komplett aus Tinta Negra Mole (TNM) produziert, zeigt sich mit schöner Stroh-Farbe und mit nussiger Nase mit Orangeat. Der Geschmack ist halbtrocken mit perfekter Säure, fruchtig und nussig zugleich, mit einem langen fruchtigen Finish. Ein Single Cask Wein von dem nur 1000 Flaschen produziert wurden. Diese Tinta Weine werden immer besser…
1994 Malvasia Colheita
Mittelhelles Tawny als Farbe, Nase mit Walnuss und Trockenfrüchten, halbtrockener Geschmack. sehr fruchtig, leicht und elegant, mit schönem Walnuss-Finish. Gut.
1982 Boal Vintage
Mitteldunkles Tawny mit bernsteinfarbenem Rand, zurückhaltende, nussige Nase, aber im Geschmack ist der Wein beeindruckender, mit sehr viel Säure, relativ süß, wieder viel Walnuss und Mandeln. Nichts Außergewöhnliches, aber trotzdem ein guter und typischer Boal. Der Wein war nur für 21 Jahre im Fass, dann wurde er durch die Konzentration so süß, dass er schleunigst auf Demijohns gefüllt werden musste, sonst hätte man ihn nicht mehr als Boal abfüllen dürfen.
1981 Verdelho Vintage
Dieser Wein war nur 24 Jahre bis 2005 im Fass. Die Farbe ist ein mittelhelles Tawny, in der Nase finden sich Trockenfrüchte und Toffee, nicht wirklich beeindruckend und flüchtige Säure fehlt ganz. Am Gaumen schaltet der Wein aber einen Gang höher, relativ trocken, aber mit wuchtiger Säure, viel Frucht und einem langen und bitteren Walnuss-Finish. Ein sehr komplexer Wein, den ich glatt auf 40 bis 50 Jahre im Fass geschätzt hätte. Sehr beeindruckend.
1978 Boal Vintage
Einer der eindrucksvollsten Weine, die ich auf der Prowein 2008 verkosten durfte. Der Wein wurde nach 29 Jahren im Fass auf Flasche gefüllt, mit mitteldunkler Tawny-Farbe, reichhaltiger Nase von Mandeln und etwas Toffee sowie etwas flüchtiger Säure. Im Geschmack ist der Wein süß mit sehr viel Säure, Toffee, Creme brulee; die Säure trägt den Wein bis zum langen Bittermandel-Finish, genau richtig, dass man Lust auf den nächsten Schluck bekommt. Dies ist ein sehr guter Wein und für dieses junge Alter wahrlich beeindruckend.

Vinhos Justino Henriques
1998 TNM Colheita Fine Rich
Wieder ein Wein ganz aus Tinta Negra Mole, mit mittelheller Tawny-Farbe und einem Hauch von Jod-Braun darin, intensive Toffee-Nase mit Nüssen, am Gaumen süß und reichhaltig, viel Toffee mit etwas bitterem Kaffee im Hintergrund, endet mit einem mittel-langen Toffee-Finish. Und wieder ein guter TNM-Wein.
1997 TNM Colheita Fine Rich
Und noch ein TNM Wein, dieser hier mit mittel-dunklem Jod-Braun und beeindruckender Toffee-Nase in der auch Trockenfrüchte und Nüsse mitschwingen. Im Mund ist der Wein sehr süß, aber mit guter unterstützender Säure und mit einer schönen Toffee-Walnuss-Melange. Und noch ein guter TNM-Wein.
Terrantez Old Reserve
Dieser Wein war schon immer einer meiner Favoriten: Mittel-dunkle Tawny-Farbe, nussige Nase mit etwas flüchtiger Säure, aber erst im Mund zeigt sich die ganze Pracht dieses Weines. Nur wenig Süße, aber sehr reichhaltig und geradezu seidig, viel Walnuss und Toffee und immer ein Hauch dieser typischen bitteren Terrantez-Note im Hintergrund, bis hin zum langen Finish. Ein sehr komplexer und interessanter Wein. Das exakte Alter dieses Madeiras ist nicht bekannt, die Angaben reichen von 40 bis 70 Jahre, aber wenn man den Wein erst einmal getrunken hat, ist es einem dann auch egal. Dieser Wein vermittelt einen guten Eindruck von Glanz und Glorie der großen alten Terrantez-Madeira-Frasqueiras – für einen Bruchteil des Preises.

Und sonst? Drei Dinge fielen mir bei dieser Prowein 2008 unterm Strich auf:
1. Auch wenn Madeira-Wein insgesamt langsam im Kommen ist, im Vergleich zu anderen Weinen war es am Madeira-Stand erschreckend leer, übrigens ähnlich wie auch beim Stand des Sherry-Informationsbüros. Da möchte man fast rufen: Leute, hört auf mit dünnem Pinot Grigio und gönnt euch mal was richtig Gutes!
2. Das Niveau der jungen Vintages und Single Harvest Weine ist in den letzten Jahren wirklich sehr gestiegen. Früher habe ich sie meistens ausgelassen, aber angesichts der steigenden Preise für die großen alten Madeira-Weine, sind sie eine preiswerte Alternative.
3. Die Weine aus Tinta Negra Mole, früher als billige Imitats-Traube verschrien, haben sich ebenfalls sehr gemacht. Das lässt für die Zukunft hoffen.

08. April 08

Madeirawein als Medizin

Quinadosmall500Offensichtlich wurde/wird der Madeirawein auch als Tonikum und Medizin eingesetzt. Angeregt von dem gestrigen Beitrag über Portwein als Medizin hat der Mediziner und Madeirawein-Spezialist Dr. Peter Reutter einmal in seiner Etikettensammlung nachgesehen und das nebenstehende Foto geschickt.
Erläuternd schreibt er dazu: "Die ganzen Quinina- oder Quinado-Weine waren übrigens mit Chinin, einem bitteren Alkaloid aus der Chinarinde vermischt, welches als Malaria-Mittel eingesetzt wurde (und immer noch eingesetzt wird). Der Effekt war vor allem fiebersenkend und aufgrund des bitteren Geschmacks auch erfrischend, was in den tropischen Gegenden wohl der Hauptzweck war."

Nachtrag: Ralf hat am 19.4.2008 auf seinem Blog "Briefe an Konrad" weitere sehr interessante Infos zu diesem Thema veröffentlicht. Unbedingt lesen! Auch ich bin jetzt sehr gespannt, wie ein solcher 'Quinado' Madeira oder Port schmeckt.

21. März 08

Impressionen und Nachlese von der Prowein2008

Da ich während meines sonntäglichen Besuches der Prowein im Laufe des Tages leider feststellen musste, dass meine Rekonvaleszens doch noch nicht soweit fortgeschritten war, um auf Schmerztabletten verzichten zu können, war mir der Spass und vor allem der Genuss etwas abhanden gekommen. So wurde aus dem geplanten 2-tägigen Besuch letztendlich ein Eintagesausflug mit dem entsprechend gekürzten Programm.
Über und auch direkt von der Prowein haben ja schon etliche Weinblogger geschrieben, Thomas von  'weinverkostungen', Mathias von 'viva-vino', sogar mit eigenen Videos, Lars von 'schreiberswein', Bernhard von 'bernhards-fiedler-we(in)blog', inzwischen hat auch Ingo, 'weinschreiber', begonnen, seine  Verkostungsnotizen zu veröffentlichen.  Interessanterweise habe ich bisher bei Technorati noch keinen Beitrag eines ausländischen Bloggers über die Prowein gefunden.
Ich werde mich diesmal kurz fassen können und nur ein paar Impressionen von meinem hauptsächlichen Aufenthalt in Halle  6  wiedergeben.
Prowein2008stand011_3

Prowein2008portstand_2 An luftiger Werbung hatte man nicht gespart, leider sah es unten dann doch für den ersten Tag etwas ruhig aus...





Prowein2008morgenschweis01_2




so blieb Zeit und die Möglichkeit mitten im Gang ein Schwätzchen zu halten, hier...



 

Theo Morgenschweis (Mitte) und Michael Müller (rechts) von 'Portusa'



Prowein2008markussonja007 oder in aller Ruhe neue Weine zu entdecken wie

Sónia und Markus Horn von 'LusitaniaGourmet'



Prowein2008donamatilda017 Sie suchen noch einen deutschen Importeur für ihren Portwein 'Feuerheerd' und ihren Tafelwein 'Dona Matilde', Manuel Angelo Barros und Filipe Barros.....











Prowein2008reutter015 Ein Höhepunkt des Tages war aber zweifellos das Treffen mit dem Madeira-Experten und Betreiber der Internet-Seite 'MadeiraWineGuide', Dr.Peter Reutter.

Er hat inzwischen seine Verkostungsnotizen auf seiner Seite schon veröffentlicht.




Prowein2008barbeitoflasch Getroffen haben wir uns natürlich am Stand von IVBAM (Institut für Wein, Stickerei und Kunsthandwerk Madeiras), genauer gesagt am Stand von 'Vinhos Barbeito'.

Leider war die vor ein paar Wochen auf dem Treffen der deutschen Importeure in Berlin verteilte Info-Mappe über Madeirawein hier nicht erhältlich. Für mich völlig unverständlich und es zeigt einmal mehr, dass in Punkto Werbung und Marketing Madeira dem Festland inzwischen sehr nachhinkt. Schade.

Auch auf meine Frage nach dem deutschen Importeur der Barbeito-Weine konnte die ansonsten sehr nette und hilfsbereite Assistant Managerin Marianna Pinto zunächst keine Antwort geben. Dann doch 'Weinhandelshaus Scholzen'. Meine dortige Anfrage am Montag nach einer Preisliste ist bis heute noch nicht beantwortet. Kundenpflege und Erschließung neuer Ozeane (lese gerade das Buch "Der Blaue Ozean als Strategie") sieht anders aus...

Gerdundmaikproweinklein Glücklicherweise gesellte sich dann zufällig noch ein weiterer Madeiraliebhaber und  Importeur dazu: Maik Göbel, der auf seiner Seite 'madeirawein.de' nicht nur viel Informationen über Madeirawein allgemein, sondern speziell über Barbeito sammelte. Dort gibt es auch einen Internet-Shop mit Barbeito-Madeiras.

Foto: Dr. Reutter   Gerdinho mit Maik Göbel und seiner Frau


Somit lag mein diesjähriger Schwerpunkt auf dem Madeirawein und ich hoffe, dass ich bald auch Weine von 'Barbeito' in meinem Shop anbieten kann.

Prowein2008ingo001 Zum Abschluß war ich schließlich noch auf dem 'kleinen Bloggertreff' am VINUM-Stand, wo ich endlich Lars vom 'schreiberswein' kennen lernte und Ingo, den 'weinschreiber' wieder traf.


Da ich am Montag nicht mehr auf der Messe war, entging mir das zweite Bloggertreffen. Jetzt muss ich wahrscheinlich noch ein weiteres Jahr warten, bevor ich auch Mathias Metze endlich einmal persönlich treffe.....bis zur Prowein 2009.




17. Januar 08

Madeirawein-Produktion stieg 2007 um 12%

Wie der Präsident des 'Instituto do Vinho, Bordado e Artesanato da Madeira', Paulo Rodrigues gestern in Lissabon mitteilte, stieg die Produktion von Madeirawein im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2006 um 12 %. Der Gewinn stieg um fast 14%.  Weitere Zahlen wurden offensichtlich nicht genannt.
Leider sind auch keine genaueren Zahlen bezüglich der verschiedenen Rebsorten im Netz zu finden.

Quelle: Jornal da Madeira, v. 17.1.2008

Genauere Angaben und Zahlen findet man jedoch bezüglich des beschlagnahmten Rauschgiftes auf Madeira im Jahr 2007. So stieg die Menge des gefundenen Heroins um 700 %. Angaben zum Gewinnzuwachs machte man hier nicht.....
Quelle: hora madeira v. 12.1.2008

07. Januar 08

Port. Weinführer 'Anuário de Vinhos 2008' von Joao Afonso

Afonsoguia2008Bereits seit einigen Wochen in Portugal erschienen und von der Buchhandlung meines Vertrauens TFM in Frankfurt im Dezember geliefert, komme ich erst jetzt dazu, den Weinführer 'Anuário de Vinhos 2008' von Joao Afonso zu lesen.
Er ist nicht ganz so umfangreich und informativ wie der von Joao Paulo Martins, der nach wie vor mein Favorit ist. Aber es ist interessant, die Bewertungen der beiden Autoren zu vergleichen. 
Ich werde nach und nach diese Ergebnisse zumindest teilweise, bei den Vintage-Charts 2004 und 2005 z. B., einfließen lassen.  Eine Zusammenstellung der 10 Besten  Port- Douro- und Madeiraweine werde ich dann auch in den nächsten Tagen hier veröffentlichen.

Es gibt auch eine englische Ausgabe.

06. Januar 08

Madeirawein im 'talk about wine' - Forum

Madeiraflaschen2007400_2 Seit gestern gibt es einen neuen Thread über Madeirawein im 'talk about wine-forum'. 7 Beiträge innerhalb von 24 Stunden zeigen wie groß  einerseits das Informationsbedürfnis, andererseits auch das Informationsdefizit  über  Madeirawein ist.  Habe mir deshalb vorgenommen, in den nächsten Wochen hier im Blog verstärkt über Madeirawein zu berichten.
Wegen meiner aktuellen Arbeitsüberlastung durch Veränderungen in meinem Portwein-Shop kann ich leider nicht noch zusätzlich an dieser Diskussion teilnehmen, bzw. Änderungen bei Wikipedia vornehmen, wo z.B. bei Colheita (Madeirawein) eine Fasslagerung von 12 - 18 Jahre angegeben ist.
Das dieses nicht stimmt, zeigt allein schon das dazugehörige Foto einer Colheita von 1996 (!) - dann wären sie aber sehr aktuell....richtig ist mindestens 5 Jahre Fasslagerung. (siehe hier)

Foto: Gerd Gerhard Madeira 3/2007

10. November 07

Madeirawein - "A Love, Fortified" von Eric Asimov

Madeiraflaschen400quer Einige sehr interessante Gedanken über Madeirawein veröffentlichte Eric Asimov auf seinem Weinblog
'The Pour'.
Der Artikel mit der Überschrift "A Love, Fortified" endet mit dem Satz: "This paradoxical wine is a survivor, and I think its time will come again." Hoffen wir mit ihm....
Siehe auch seinen kürzlich in der 'New York Times' erschienen Artikel über die Douroweine.

Foto: Gerd Gerhard, Madeira 3/2007

29. Juli 07

Port-Douroweine in portug. Weinblogs (1)

Ab jetzt werde ich einmal wöchentich einen kurzen Überblick über die in portugiesischen Weinblogs verkosteten Weine, Port- Douro- und Madeiraweine, geben. Die von mir regelmäßig besuchten Blogs der portugiesischen Kollegen befinden sich in der Blogrolle auf der linken Seite. Wer darüber hinaus nach weiteren portugiesischen Weinen sucht, möge die von mir erstellte Blogsuchmaschine für portugiesische Weinblogs, rechts oben, benutzen. Diese habe ich auf Anregung von Thomas Günther, 'Weinverkostungen' angelegt. Er hat eine solche Suchmaschine für die deutschen Weinblogs eingerichtet.

22. - 28.7.2007

Copo de 3

27.7.2007 - Momentos 2004 Von dem Önologen Luis Soares Duarte, der im JAhre 2004 im Vale Mendiz drei Parzellen kaufte, um seinen eigenen Weinherzustellen. Die Trauben des Momentos stammen von der ältesten, über 80 Jahre, Parzelle. Der Wein wurde 20 Monate in neuen französischen Eichenfässern gelagert.
Wertung: 17,5 Punkte.    

26.7.2007 - Vinha Grande 2001 Casa Ferreirinha
Wertung: 15,5 P.
Bezugsquelle in Deutschland: Portwein-Shop u.a.

24.7.2007 - Quinta do Portal Reserva 2000
Wertung: 14 P.

23.7.2007 - Quinta de Cidro Chardonnay Reserva 2006 (Trás-os-Montes)
Wertung: 16 P.

Os Vinhos

26.7.2007 - Quinta do Crasto Reserva Vinhas Velhas 2002 (Tinto)
Wertung: noch keine

26.7.2007 - Quinta do Vale Meao 2004 (Tinto)
Wertung: Blue Wine 2/2007 18 P.
               Revista dos Vinhos 11/2006 18
               Revista dos Vinhos 10/2006 17,5
Bezugsquelle in Deutschland: Portwein-Shop u.a.

Saca a Rolha

26.7.2007 - Redoma (T) 2003 Niepoort
Wertung: 17,5
Bezugsquelle in Deutschland: Portwein-Shop u.a.

24.7.2007 - Quinta do Vallado Reserva (T) 2004
Wertung: 17 P.
Bezugsquelle in Deutschland: Portwein-Shop u.a.

23.7.2007 - Valle Pradinhos Reserva (T) 2004 (Trás-os-Montes)

Wertung: 17,5 P.

27. Juli 07

Madeira-Bericht von Tom Cannavan

Henriqueshenriquesfaesser Tom Cannavan bereiste im Frühjahr die Insel Madeira. Seinen Bericht und seine Verkostungsnotizen veröffentlichte er jetzt (26.7.07) auf seiner Homepage 'wine-pages'.
Ausführlich, mit Verkostungsnotizen, beschreibt er
- Henriques & Henriques, VKN
- Barbeito, VKN
- Madeira Wine Company, VKN
Sehr informativ ist auch sein 'Travel Guide' zu Madeira mit Hotel- und Restaurant-Tipps.

Foto: Fässer bei Henriques & Henriques, von Gerd Gerhard

Im Madeirawein-Shop finden Sie Weine von Henriques & Henriques , Blandys und Barbeito.

Danke an A. Fuerbach für den Hinweis.

18. Juli 07

Wein von einer Insel - Madeirawein

Madeira07blandys2400 Über das letzte Weinrally-Update von Thomas bin ich auf den sehr lesenswerten Artikel von Stefan über Madeirawein gestoßen.  Ein guter Einstieg   für jeden Madeirawein-Neuling.









Foto: Gerd Gerhard 3/07


10. Juli 07

Madeirawein-Artikel

Madeiraflaschen400quer_3 Ein lesenswerter Artikel über alte Madeiraweine findet sich in der Juli-Ausgabe des 'US Airways Magazine'.

Foto: Gerd Gerhard 3/07

30. Juni 07

Auszeichnungen für portugiesische Weine bei der 'Les Citadelles du Vin'

Citadellesgold_2 25 portugiesische Weine wurden bei dem VIII. Internationalen Weinwettbewerb 'Les Citadelles du Vin' ausgezeichnet. Insgesamt wurden 1468 Weine von 75 Profis aus 24 Ländern verkostet. 9 erhielten die 'Trophée Citadelles', was der Goldmedaille entspricht (Die komplette Liste finden Sie hier.):
- Quinta Lagoalva de Cima Alfrocheiro 2005
- Madeira  Vinhos Justino Henriques Filhos 10 Anos Boal
- Madeira  Vinhos Justino Henriques Filhos 10 Anos Verdelho
- Madeira Vinhos Justino Henriques Filhos  Malvasia Colheita 1998
- Madeira Barbeito Malvasia Lote 6072 20 Anos
- Madeira Barbeito Verdelho 1981
- Vista Alegre Old White Port
- Vinho Verde Adamado 2006
- Adega de Pegoes Colheita Seleccionada 2006 Branco   

26. Mai 07

Neues Portal über portugiesische Weine ist online

Infovinilogo  Seit gestern ist das neue Wein-Portal, 'Infovini - Vinhos de Portugal', online. Hier sollen alle (!) Informationen über portugiesische Weine, Weinregionen, Weinproduzenten, Weintourismus etc.. zusammengefasst werden. Viel hat man sich da vorgenommen und man kann nur hoffen und wünschen, dass dieses Projekt Erfolg hat. Drücken wir die Daumen.
Noch sind viele Kategorien ohne oder nur mit wenigen Daten  gefüllt, trotzdem ist der erste Eindruck  vielversprechend. Das Portal ist zweisprachig, in portugiesisch und englisch. 

24. Mai 07

Portugiesische Weinzeitschrift 'Blue Wine' ist online

Bluewinetitel_4 Die portugiesische Weinzeitschrift 'Blue Wine' ist schon seit einigen Wochen online. Leider nur in portugiesischer Sprache, aber es gibt ja neben  Google noch andere Übersetzungsprogramme im Netz (siehe dazu den gestrigen Beitrag).
Auch wenn man  die Sprache nicht oder nur kaum beherrscht, lohnt sich trotzdem z. B. ein Blick auf 'noticias' (Nachrichten), 'agenda' (Veranstaltungen) oder die 'Top 100'.            

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